Schnell und günstig

Rechenpower von Amazon hilft beim Passwort-Knacken

Web
17.01.2011 11:05
Dass Amazon nicht nur Bücher verkauft, sondern auch Rechenkapazitäten vermietet, eröffnet Hackern ganz neue Möglichkeiten, wie ein Fall aus Deutschland zeigt. Dort konnte der Kölner IT-Experte Thomas Roth mit Hilfe der Rechenpower aus der Datenwolke binnen 20 Minuten das WLAN-Passwort seines Nachbarn knacken.

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner Online-Ausgabe berichtet, hatte sich Roth über Amazon eine sogenannte Cluster GPU Instance gemietet, die aus zwei Intel-Xeon-Prozessoren und zwei extrem schnellen Nvidia-Grafikprozessoren besteht und Hunderte Male schneller arbeitet als ein herkömmlicher Quad-Core-Prozessor.

Schnell und günstig
Diese Rechenpower aus dem Netz reichte aus, um das Passwort der per WPA verschlüsselten WLAN-Verbindung des Nachbarn zu knacken. Eine Software probierte dem Bericht nach über 70 Millionen Wörter durch und schaffte so binnen 20 Minuten, was mit gewöhnlichen Rechnern mitunter Jahre gedauert hätte. 

Eine solche Brute-Force-Attacke per Cloud-Computing sei nicht nur schnell, sondern überdies auch sehr günstig. Dem Bericht nach zahlte Roth für die Nutzung der Amazon'schen Rechenpower 28 US-Cent pro Minute. Durch eine Verbesserung der Software hofft der IT-Experte, die Berechnungszeit auf sechs Minuten reduzieren zu können. Das entspricht einem Preis von umgerechnet gerade einmal 1,26 Euro pro Passwort.

Mit seiner Arbeit wolle er Administratoren sensibilisieren, sagte Roth gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Leute sagen mir, es sei nicht möglich, WPA zu knacken. Und wenn doch, dann würde es Unsummen kosten." Inzwischen sei es aber relativ leicht, einen Brute-Force-Angriff zu starten. 

Laut Amazon "Verstoß gegen Nutzungsbedingungen"
Amazon selbst sieht es laut "Spiegel" bislang gelassen, dass die eigenen Rechenkapazitäten auch für kriminelle Zwecke missbraucht werden können. "Forscher würden öfters die Rechner nutzen, um zu zeigen, wie man die Sicherheit von Systemen verbessern könne. Es wäre jedoch ein Verstoß gegen Nutzungsbedingungen, wenn man unbefugt die Sicherheit eines Netzwerks kompromittieren würde", zitiert die Website einen Firmensprecher.

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