Bundeskanzler Sebastian Kurz hat am Mittwoch nach dem Ministerrat erneut betont, dass Österreich weiterhin „klar“ auf die Einschätzung der Experten vertraue - und deshalb an dem Impfstoff von AstraZeneca festhalte, solange die Europäische Arzneimittelbehörde EMA keine Bedenken äußere. Dazu soll am Donnerstag eine Entscheidung fallen. Was die steigenden Infektionszahlen in Österreich angeht und mögliche weitere Lockerungen, so sagte Kurz, ein genaues Öffnungsdatum bemesse sich an mehreren Faktoren, denn „3000 Ansteckungsfälle kann vieles heißen“.
Die Infektionszahlen würden derzeit in einem „erwartbaren“ Ausmaß steigen, so Kurz, der ankündige, dass die Regierung am Montag mit Experten, Landeshauptleuten und den Parlamentsparteien das weitere Vorgehen beraten werde. Denn: „3000 Ansteckungsfälle kann vieles heißen“, so Kurz. Es könne heißen, dass die Lage in Vorarlberg ausgezeichnet sei, dass es aber in anderen Regionen nicht so gut aussehe. Die Lage in den Bundesländern sei „oft extrem unterschiedlich. Wir haben Bezirke mit einer Inzidenz von deutlich über 500 und welche von unter 100 - man muss da differenzieren“, so Kurz, angesprochen auf mögliche Lockerungen bzw. möglicherweise verlängerte Osterferien.
Wichtig seien natürlich die Ansteckungszahlen, aber auch die Information, wer sich ansteckt - sind es Ältere oder die Jüngeren? „Es ist die regionale Verteilung natürlich relevant, wie viele sind geimpft, und sind die vulnerablen Gruppen geschützt?“, fügte Kurz an.
Belegung der Intensivstationen weiter gestiegen
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wies auf die Situation auf den Intensivstationen hin - innerhalb einer Woche sei die Belegung um 17 Prozent gestiegen. Eine gute Nachricht sei die enorme Anzahl der Tests: 436.000 Testungen seien an einem Tag durchgeführt worden. „Damit sind wir weltweit unter den Top 3“, so Anschober. Bei den Impfungen liege man derzeit bei mehr als 1,1 Millionen.
380.000 zusätzliche Biontech/Pfizer-Dosen für Österreich
Der „Korrekturmechanismus“ bei der Impfstoffverteilung innerhalb der EU, den Kurz am Vormittag mit weiteren Regierungschefs und EU-Ratspräsident Charles Michel besprochen hat, würde im Endeffekt allen bisher benachteiligten Staaten zugutekommen, so der Kanzler. Es sei ihm „wichtig, dass das gilt, was die Staats- und Regierungschefs vereinbart haben“ - und das sei die Verteilung pro Kopf zur selben Zeit. Zu diesem System werde man künftig in der EU wieder zurückkehren.
Durch die 380.000 zusätzlichen Dosen von Biontech/Pfizer, die Österreich aus dem vorgezogenen Zehn-Millionen-Paket an die EU erhalten soll, könnte eine Impfstoff-Lücke im zweiten Quartal geschlossen werden. Es soll jedenfalls sichergestellt werden, dass man jedem, der es wolle, in Österreich bis zum Sommer eine Impfung anbieten könne. Auch Anschober betonte, es liege beim Impffortschritt in Österreich nicht an der Bestellung von Impfstoffen, sondern an der Lieferungsthematik.
Umsetzung des „Grünen Passes“ in Österreich schon ab April
Zudem verwiesen Kurz und Anschober auf die erneute Verständigung im Ministerrat auf den „Grünen Pass“, der in Österreich bereits ab April umgesetzt werden soll. Ab 1. Juni soll solch ein digitaler Impfausweis EU-weit nutzbar sein und dabei etwa Reisen in den Sommerferien ermöglichen.
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