Hohe Wellen schlug die Causa Commerzialbank im Bundesrat. Als „skandalös“ bezeichnet die SPÖ die Aussage des ÖVP-Fraktionsvorsitzenden. Seinen Aussagen zufolge hätte Kunden mit Hausverstand auffallen müssen, dass die Bank nicht korrekt arbeite, heißt es. „Ein Hohn für Geschädigte“, so die SPÖ.
Wie berichtet, war die drittgrößte Bankpleite der Republik zuletzt Thema im Bundesrat. SPÖ-Mandatare konfrontierten den ÖVP-Finanzminister mit vielen Fragen. „Herr Blümel, wieso hat das Kontrollsystem viele Jahre versagt?“, war nur eine davon. „Der Minister blieb weiter Antworten schuldig“, kritisiert die SPÖ. Blümel hatte aber angekündigt, dass die nach der Bankpleite eingesetzte Arbeitsgruppe ihren Endbericht bald vorlegt.
Zahlreiche Kunden haben viel Geld verloren. Dass ein ÖVP-Bundesrat die Geschädigten jetzt frech verhöhnt, ist kaum zu fassen.
Roland Fürst, Geschäftsführer der SPÖ Burgenland
Für Aufregung sorgte ÖVP-Fraktionsvorsitzender Karl Bader: „Ich war in meinem Leben noch nie Kunde bei einer Bank, die unerhört hohe Zinsen angeboten hat, weil das für mich der logische Hausverstand sagt, dass das nicht stimmen kann.“
Auf Baders Aussage reagierten sowohl Sitzungsteilnehmer empört als auch Geschädigte. „Der ÖVP-Politiker teilt nicht nur den ehemaligen Kunden mit, dass sie selbst Schuld hätten, ihr Erspartes der Commerzialbank anvertraut zu haben, er zieht damit auch die eigenen ÖVP-Funktionäre, die im Aufsichtsrat der Bank gesessen sind, mit. Das ist pure Verhöhnung“, sagt SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst.
Kronen Zeitung
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