24.02.2021 11:55 |

krone.at-Kolumne

Wir müssen wieder öffnen!

Ja, die Neuinfektionszahlen weisen in eine düstere Richtung. Aber: Wenn die Motivation der Menschen, bei den Maßnahmen mitzumachen, am Boden ist, hilft jede Lockdown-Verlängerung nichts. Wir müssen wieder öffnen!

Nächste Woche möchte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) darüber beraten, wie es mit den durch Corona besonders gebeutelten Branchen Gastronomie und Hotellerie weitergehen kann. Ursprünglich sollte bis nach Ostern Stillstand herrschen - nun will Kurz aber doch mit sich reden lassen. Es wäre ohnehin höchste Zeit, hier eine Perspektive zu liefern. Lange wird das Konzept des Lockdowns nämlich nicht mehr funktionieren.

Das sind keine Kriminellen!
Denn nicht nur der wirtschaftliche Wahnsinn von knapp vier Monaten Ladenschluss stellt viele vor den Abgrund. Auch die psychosoziale Komponente des Wirtshausbesuchs fehlt spürbar, was immer mehr Menschen dazu verleitet, sich im privaten Rahmen zu treffen und sich so ein Stückchen Normalität zu erschleichen. Bei aller Zustimmung, dass die Einhaltung der Regeln wichtig ist: Die Sehnsucht nach Zusammenkunft ist nur menschlich. Das sind keine Kriminellen!

Beisl und Hotel muss man öffnen, weil …
Und genau das stellt Türkis-Grün vor ein Problem: Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) wissen nur zu genau, dass jede Maßnahme für die Fische ist, wenn sich keiner daran hält. Klar, weitere Öffnungen sind ein Risiko, solange sich die Lage noch nicht entspannt hat. Aber die Einhaltung von Babyelefanten und Co. sind in einem Beisl oder Hotel weit besser zu kontrollieren als bei jeder Corona-Party zu Hause. Schon alleine deswegen macht eine sanfte Öffnung Sinn.

Ski fahren ja, Kaffeehausbesuch nein?
Auch die betroffenen Unternehmer sind nicht zu beneiden. Während Skifahren, Shoppen und der Friseurbesuch erlaubt sind, blicken die Gastronomen und Hoteliers nun schon seit 15 Wochen durch die Finger. Das ist nicht fair. Was spricht also gegen einen Kaffeehausbesuch, wenn ein aktueller Test negativ ist? Das Freitesten funktioniert in anderen Bereichen ja auch!

Man muss dem Österreicher auch etwas zutrauen
Man muss es also realistisch sehen: Solange wir nicht genügend Impfstoffe haben, werden wir wohl oder übel mit dem Virus leben müssen. Das bedeutet nicht, unverantwortlich zu sein und alle Maßnahmen über den Haufen zu werfen. Aber das heißt, dass nach einem Jahr Corona ein gewisses Risiko legitim ist, um die Bevölkerung bei der Stange zu halten. Denn: Der Österreicher ist Corona-müde, aber verantwortungsvoll. Den Wirtshausbesuch kann man ihm schon zutrauen.

Katia Wagner
Katia Wagner
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