23.02.2021 08:30 |

Starkes Designstück

Ioniq 5: Erste Kampfansage von Hyundais E-Submarke

Ioniq kennen wir ursprünglich als Baureihe im Hyundai-Modellprogramm. Doch ab sofort wird sich die Bezeichnung als neuer Markenname in unsere Gehirnwindungen brennen, denn die neue Elektro-Submarke der Koreaner bringt mit ihrem ersten Fahrzeug - genannt Ioniq 5 - nicht nur irgendein beliebiges Elektroauto auf den Markt, sondern ein Designstück mit Riesenradstand und technischen Schmankerln bis hin zum 800-Volt-System.

Eine derart hohe Spannung (die Ladevorgänge drastisch verkürzen kann) bieten bisher lediglich Porsche Taycan und Audi e-tron GT in Serie, sonst sind 400 Volt üblich. Überhaupt ist der Ioniq 5 ein erstaunliches Erstlingswerk.

Das Design fällt in der Menge der Neuerscheinungen auf und wirkt trotz technischer Kühlheit emotional. Es soll an Hyundais erstes Serienauto, den Pony erinnern. Die Motorhaube ist als sogenannte Clamshell ausgeführt, liegt als nicht eingepasst im Vorderwagen, sondern überspannt auch die Vorderräder. Das wirkt hochwertig und elegant, wird aber nicht so günstig für die Versicherungseinstufung sein. Die Tagfahrlichtsignatur findet sich auch am Heck.

Viel Platz, und Solarzellen am Dach
Der Ioniq 5 basiert auf einer völlig neu entwickelten Plattform („Electric-Global Modular Platform“, E-GMP), die in diesem Fall volle drei Meter Radstand bietet - Oberklasseniveau! 18 Zentimeter länger als beim neuen Kia Sorento! Dabei handelt es sich um ein Mittelklasse-CUV (also Crossover Utility Vehicle, so etwas wie ein sportliches SUV) mit gerade einmal 4,64 Meter Länge, knapp länger als der Hyundai Tucson. Das verspricht immens viel Raum für die Insassen. Die geteilte Rückbank ist ebenso verschiebbar wie die Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen. In den Kofferraum passen 531 bis 1591 Liter.

Das riesige, durchgängige Glasdach sorgt nicht nur zusätzlich für ein luftiges Raumgefühl, sondern ist quasi ein bordeigenes Solarkraftwerk. Es erzeugt Strom, mit dem ständig die Batterie geladen wird. Wie viel, darüber gibt es noch keine Angaben.

Mehrere Akku-/Antriebskombinationen
Der Akku befindet sich im Boden und fasst je nachdem 58 kWh oder 72,6 kWh. Für beide steht grundsätzlich Heckantrieb mit einem Elektromotor im Heck sowie Allradantrieb mit einem zusätzlichen Motor in der Front zur Wahl. Allerdings ist der Antrieb im Fall der größeren Batterie stärker. Das Topmodell kommt auf eine Gesamtleistung von 225 kW/306 PS sowie ein maximales Drehmoment von 605 Nm und soll den Sprint von 0 auf 100 km/h in 5,2 Sekunden schaffen. 
Kombiniert man die 58-kWh-Batterie mit dem Allradantrieb, erreicht man 100-km/h in 6,1 Sekunden (173 kW/235 PS, 605 Nm).

Die Variante mit Heckantrieb kommt je nach Akku auf 160 kW/218 PS oder 125 kW/170 PS und liefert 350 Nm Drehmoment. Sprintwert: 7,4 oder 8,5 Sekunden. In allen Fällen ist das Höchsttempo elektronisch auf 185 km/h begrenzt.

Als WLTP-Reichweite gibt Hyundai 470 bis 480 Kilometer mit der großen Batterie und Heckantrieb an, im Fall der kleineren Batterie reduziert sich der Wert auf 360 bis 380 km.

Der Ioniq 5 ist grundsätzlich für das Laden mit 400 und 800 Volt gerüstet, die maximale Ladeleistung liegt bei 220 kWh. Im Idealfall kann die Batterie in nur 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent schnellgeladen werden. Fünf Minuten sollen für 100 km WLTP-Reichweite genügen. Beim Wechselstromladen zieht die E-GMP-Batterie Strom mit bis zu 11 kW.

Steckdosen für externe Verbraucher
Der gespeicherte Strom kann auch für externe Verbraucher genutzt werden. Dafür sind zwei 3,6-kW-Steckdosen vorhanden, eine im Auto (unter den Sitzen der zweiten Reihe) und eine weitere außen, neben dem Ladeanschluss. Diese ist auch bei abgestelltem Auto aktiv und kann z.B. Elektrofahrräder, Scooter oder Campingausrüstung versorgen. Für solche Fälle ist dann vielleicht auch die Anhängelast interessant: Der „5“ kann bis zu 1600 kg ziehen.

Doppeldisplay und Augmentend Head-up-Display
Der Fahrer blickt auf die Kombination zweier 12,3 Zoll großer Displays sowie auf ein Augmented-Reality-Head-up-Display, das in die Windschutzscheibe gespiegelt wird. Das Navi ist cloudbasierend und zeigt für Ladestationen auch ihre Verfügbarkeit und die geschätzte Ladezeit an. Viele Funktionen - darunter das Öffnen und Schließen der Heckklappe - können per Sprache bedient werden.

Die angebotenen Assistenzsysteme reichen bis zum automatisierten Fahren samt Spurwechsel. LED-Matrix-Scheinwerfer sind jedoch nicht im Angebot.

Im Sommer kommt der Ioniq 5 zu den Händlern. Man kann davon ausgehen, dass zunächst eine besonders gut ausgestattete Frühbuchervariante um rund 60.000 Euro angeboten wird, später folgt dann das Basismodell, das wohl über 40.000 Euro kostet. Die offiziellen Preise werden aber erst in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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