Brandmauer gegen AfD

Ex-VW-Chef: Deutschland „auf dem Weg zur DDR 2.0“

Ausland
16.03.2026 10:12

Ex-Volkswagen-Chef Matthias Müller hat mit heftiger Kritik an Deutschlands aktueller Lage aufhorchen lassen. Politisch und gesellschaftlich sei das Land „auf dem Weg zu einer DDR 2.0". Der Manager, der VW durch die Turbulenzen nach dem Dieselskandal leitete, stellt auch die Brandmauer gegenüber der AfD infrage.

Bereits Ende des Vorjahrs warnte das deutsche ifo-Institut, dass die aktuelle Krise (Wirtschaftsleistung schrumpft, Firmenpleiten auf Rekordniveau, massiver Jobabbau) in unserem Nachbarland noch gut zehn Jahre andauern könnte!

„Vollkaskostaat“
Müller warnte nun, dass sich Deutschland zunehmend zu einem „Vollkaskostaat“ entwickle. Er kritisierte eine wachsende staatliche Bevormundung, durch die die Eigenverantwortung der Bürger immer weiter zurückgehe.Viele Menschen würden sich „hinter dem Staat verstecken“ und dadurch persönliche Verantwortung und Initiative verlieren.

Scharfe Kritik an NGOs
Müller übte in dem Interview mit dem Nachrichtenportal t‑Online auch scharfe Kritik an der Rolle von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Er hält es für problematisch, dass sie staatlich finanziert werden und zugleich erheblichen Einfluss auf die politische Meinungsbildung ausüben. Diese NGOs sollten kein staatliches Geld mehr bekommen.

Matthias Müller: Der 72-Jährige war von 2015 bis 2018 Vorstandsvorsitzender des ...
Matthias Müller: Der 72-Jährige war von 2015 bis 2018 Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns. Er führte das Unternehmen durch die Dieselkrise.(Bild: AFP)

Müller weiter: „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, ob es richtig ist, dass die Politik Aufgaben, die sie teilweise selbst übernehmen müsste, an NGOs delegiert.“ Man müsse sich zudem fragen, ob nicht die eine oder andere Organisation überflüssig ist.

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Ich habe ein Problem damit, wenn Organisationen stark vom Staat finanziert werden und zugleich sehr aktiv im politischen Vorfeld Meinungsbildung betreiben.

Ex-Volkswagen-Chef Matthias Müller

Brandmauer gegenüber AfD „ein Stück weit“ öffnen
Müller plädierte auch für eine öffentliche Debatte über Parteipolitik und den Umgang mit der AfD. Der Ex-VW-Chef äußerte sich kritisch zur bisherigen Strategie der etablierten Parteien im Umgang mit der Rechtsaußenpartei und sprach sich dafür aus, die sogenannte „Brandmauer“ gegenüber der Partei teilweise zu öffnen. „Sie diskutieren ständig über eine Brandmauer zur AfD, dabei sorgt diese Brandmauer nur dafür, dass sich die AfD schön eingehegt weiterentwickeln kann“, so Müller.

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Es ist notwendig, mit der AfD zu reden. Ich sage das auch deshalb, weil unter ihren Wählern eben nicht nur Rechtsradikale sind.

Ex-Volkswagen-Chef Matthias Müller

„Vielmehr sollten sie die Brandmauer aber ein Stück weit öffnen und so die Unfähigkeit der Partei zutage bringen. Es ist notwendig, mit ihr zu reden. Ich sage das auch deshalb, weil unter ihren Wählern eben nicht nur Rechtsradikale sind.“ Auch Sahra Wagenknecht, Gründerin der deutschen Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), warb unlängst für mehr Zusammenarbeit mit der AfD. 

Die AfD ist deutschlandweit auf dem Vormarsch.
Die AfD ist deutschlandweit auf dem Vormarsch.(Bild: AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV)

EU: Entscheidungsfähiger in kleinerem Format
Der frühere VW-Konzernchef äußerte sich auch zu Europa: Er hält eine handlungsfähigere, kleinere EU mit Kernstaaten (z. B. Deutschland, Frankreich, Polen, England) für realistischer im globalen Wettbewerb als eine EU mit 27 Staaten. „Ich bin überzeugter Europäer. Aber als zersplittertes Europa werden wir zwischen China und den USA zerrieben. Mit 27 Staaten ständig einstimmig entscheiden zu müssen, funktioniert nicht.“

Es brauche ein Europa, das entscheidungsfähig wird. Man könne sich nicht mit Bürokratie, Genderdebatten und immer neuen Detailregeln aufhalten, während die großen strategischen Fragen offenbleiben, so Müller.

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