Stattdessen Pop-Up

Bis Herbst: Kult-Kaffeehaus Café Central jetzt zu

Wien
16.03.2026 13:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das traditionsreiche Café Central in der Wiener Herrengasse hat am Montag die Pforten geschlossen – und das an seinem 150-jährigen Jubiläum. Das traditionsreiche Kaffeehaus wird bis zum Herbst generalsaniert. Dann soll es in neuem Glanz erscheinen.

Vor allem die in die Jahre gekommene Technik und die Infrastruktur müsse saniert werden, heißt es. Am Flair des Lokals soll sich nichts ändern. Versprochen wird eine behutsame Restaurierung der vor 150 Jahren eröffneten Institution.

„Keine erkennbaren Veränderungen“
„Eine gute Sanierung erkennt man daran, dass man nichts erkennt“, betonte der zuständige Architekt Peter Klein. Auch Verkehrsbüro-Vorstand Martin Winkler und Geschäftsführer Kay Fröhlich beteuerten in einer Pressekonferenz, dass man behutsam vorgehen wolle. Dem Gastraum werde lediglich die Patina genommen. Wobei der Spielraum für Umbauten ohnehin gering ist. Denn das als Börsengebäude errichtete Palais Ferstl samt dem darin befindlichen Café sind denkmalgeschützt.

Technik muss erneuert werden
Zur historischen Substanz gehört nicht nur die Säulenhalle selbst, sondern auch das Interieur. So werden die Thonet-Stühle überholt und die Stoffe von Backhausen erneuert oder originalgetreu nachgefertigt. Auch die historischen Luster werden durch spezialisierte Werkstätten restauriert. Der größte Teil der baulichen Maßnahmen geschieht jedoch im Verborgenen. Produktions- und Küchenbereiche, Lüftungen oder Brandschutzeinrichtungen werden grundlegend saniert. Zudem werden zusätzliche Lagerflächen durch eine bauliche Verbindung zum benachbarten Palais Hardegg geschaffen.

Kosten für Sanierung „im zweistelligen Millionenbereich“
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden großteils weiterbeschäftigt, wie Verkehrsbüro-Chef Winkler hervorhob. Das Unternehmen betreibt über seine Tochter Palais Events das Café. Personal aus dem Central wird etwa vorübergehend in Hotels des Konzerns wechseln. Details zu Kosten der Sanierung wurden nicht genannt. Laut Geschäftsführer Fröhlich wird jedoch ein zweistelliger Millionenbetrag investiert.

Das Café Central gehört zu den prestigeträchtigsten Kaffeehäusern Wiens.
Das Café Central gehört zu den prestigeträchtigsten Kaffeehäusern Wiens.(Bild: Martin A. Jöchl)

Beliebte Touristenattraktion
Heute gilt das Kaffeehaus als eine der bedeutendsten Touristenattraktionen der Stadt. Für Wien-Gäste, die ein „typisches“ Kaffeehaus erleben möchten, ist es eine wichtige Anlaufstelle. Zugleich machen viele Besucher etwas, das den meisten Einheimischen nicht im Traum einfallen würde: Sie stellen sich an, um ins Kaffeehaus zu kommen. Vor allem in der Hochsaison sind die Warteschlangen vor dem Eingang des Café Central oft beeindruckend lang.

Neues Pop-Up-Café soll Central „ersetzen“
Um die Wartezeit bis zur Wiedereröffnung zu überbrücken, gibt es Ersatz: Während der Schließzeit wird das „Decentral“ im Palais Harrach auf der Freyung eingerichtet. In dem Pop-Up-Lokal werden unter anderem die Patisserie-Produkte des Hauses angeboten.

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