Fotos von Explosion

Lebenszeichen aus Dubai – und schon verhaftet

Ausland
16.03.2026 14:10
Porträt von krone.at
Von krone.at

Dramatische Szenen in Dubai: Drei Ausländer, die einen Drohnenangriff auf ein Wohngebäude überlebten, wurden festgenommen, nachdem sie Fotos der Explosion an ihre Familien geschickt hatten. Die Männer befanden sich in ihren Wohnungen in Creek Harbour, als die Drohne am Mittwochabend einschlug und eine heftige Explosion auslöste.

Die Fotos hatten sie ursprünglich nur geschickt, um ihre Angehörigen zu beruhigen, doch kurze Zeit später griff die Polizei ein und verlangte Einsicht in die Mobiltelefone der Betroffenen. Laut der Kampagnenorganisation „Detained in Dubai“ wurden die drei daraufhin festgenommen.

Behörden sprechen von minimalen Schäden
Nach Angaben der Organisation traf der Vorfall in einer ohnehin angespannten Situation ein: Erst am Montag war ein iranischer Drohnenangriff auf einen Treibstofftank nahe dem Dubai International Airport erfolgt, der eine massive Rauchwolke verursachte, Flüge verzögerte und Straßen zum Flughafen sperrte. Die Behörden versuchten, die Öffentlichkeit zu beruhigen und sprachen von minimalen Schäden und keinem Verletzten.

Dubai geht weiterhin vehement gegen Social-Media-Fotos von Angriffen vor.
Dubai geht weiterhin vehement gegen Social-Media-Fotos von Angriffen vor.(Bild: AFP/-)

Private Fotos werden zum Verhängnis
Die Geschäftsführerin von „Detained in Dubai“, Rada Stirling, kritisierte das Vorgehen: „Drei traumatisierte Überlebende eines Drohnenangriffs in Dubai wurden festgenommen, nachdem sie privat ein Foto verschickt hatten, das zeigte, dass sie nach der Explosion auf ihrer Wohnungsebene am Leben waren. Statt Opferunterstützung zu erhalten, wurden sie von der Polizei inhaftiert“, schrieb sie auf X (vormals Twitter). Stirling appellierte an die Behörden, die Opfer in einer solchen Extremsituation mit Mitgefühl zu behandeln.

Emirate wehren sich gegen „irreführendes Material“
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind in den letzten Wochen stark gegen die Verbreitung von Inhalten über die Angriffe auf Social Media vorgegangen. Mindestens 25 Personen verschiedener Nationalitäten wurden festgenommen, weil sie Videos von Drohnenangriffen oder Raketenabschüssen geteilt hatten. Die Vorwürfe reichen von der Verbreitung von „irreführendem Material“ über „AI-generierte Inhalte“ bis hin zu Beiträgen, die „feindliche Staaten glorifizieren“.

Mit einer Kriegskulisse hätte man vor wenigen Jahren wohl nicht gerechnet, wenn man an einen ...
Mit einer Kriegskulisse hätte man vor wenigen Jahren wohl nicht gerechnet, wenn man an einen Flug nach Dubai dachte.(Bild: AFP/-)

Auch 60-Jährigem droht Haft
Auch ein 60-jähriger britischer Tourist wurde laut Medienberichten wegen der Veröffentlichung eines Videos iranischer Raketenangriffe angeklagt. Das Video hatte er aufgenommen, während er Zeuge der Angriffe wurde. Die britische Botschaft in den Emiraten warnte: Verstöße gegen die dortigen Cybercrime-Gesetze könnten zu Geldstrafen, Haft oder Abschiebung führen. Die Strafe für einen Verstoß kann bis zu zwei Jahre Gefängnis und mindestens 200.000 VAE-Dirham (ca. 47.500 Euro) betragen.

Die strengen Regelungen gelten laut offizieller Definition unter anderem auch zum Schutz der Bevölkerung. Wie der Botschafter der Emirate in Großbritannien erklärte, sollen sie verhindern, dass Menschen beim Filmen verletzt werden oder dass falsche Informationen Panik auslösen.

Zensur als Teil einer breiteren Strategie?
Die jüngsten Festnahmen zeigen, dass Dubai jede Form der Dokumentation von Drohnenangriffen streng kontrolliert, während gleichzeitig offizielle Kanäle versuchen, die Sicherheit der Bevölkerung zu betonen. Laut der „Daily Mail“ berichten Augenzeugen und Menschenrechtsorganisationen, dass dies Teil einer breiteren Strategie ist, die Verbreitung von Bildern und Videos aus dem Konfliktgebiet massiv einzuschränken.

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