Der Haussegen zwischen der regierenden SPÖ und der oppositionellen ÖVP in Güssing hängt schon länger schief. Jetzt kracht es abermals. Nachdem ein ÖVP-Stadtrat das Handtuch geschmissen hat, hagelt es offene Briefe und auch Kritik.
Auslöser ist, dass Johannes Hofbauer nun sein Gemeinderatsmandat zurückgelegt hat. In einem offenen Brief berichtet er davon, von der Stadtspitze nicht eingebunden worden zu sein. „In dreieinhalb Jahren als Stadtrat wurde ich zu keiner einzigen Arbeitssitzung und zu genau drei Besprechungen eingeladen“, schreibt Hofbauer. Auch ÖVP-Vizebürgermeister Alois Mondschein bestätigt das Bild: Man habe tatsächlich keine Agenden. „Wir werden nicht eingebunden, es gibt keine Aufgabenverteilung“, so Mondschein. Mitunter frage er sich, wofür er das Vizebürgermeister-Gehalt bekomme, meint er überspitzt.
SPÖ-Stadtchef Vinzenz Knor weist die Vorwürfe zurück. Er verstehe nicht, warum man seiner Partei nun die Schuld für den Rückzug von Hofbauer gebe. Zumal es nicht der erste Rücktritt in den ÖVP-Reihen sei. Auch den offenen Brief - auf den die Roten mit einem eigenem offenen Brief geantwortet haben - sieht er kritisch. Offenbar werde nun auf diese Weise versucht, negative Stimmung gegen die SPÖ zu erzeugen.
Ch. Miehl, Kronen Zeitung
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