20.12.2020 05:00 |

Tipps vom Sportarzt

Aktiv und bewegt auch durch die harten Zeiten

Die Bewegungsmöglichkeiten halten sich weiterhin in Grenzen. Mit ein bisschen Kreativität und gutem Willen bleiben Sie dennoch fit und geben den Weihnachtskilos keine Chance.

Sportmediziner Dr. Sebastian Weber aus Wien erklärt, wie man nun trotzdem - mit Sicherheit - ein aktives Leben führt:

Was empfehlen Sie derzeit?
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass jede sportliche Betätigung vielfältige positive Effekte auf Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel, Bewegungsapparat und nicht zuletzt die psychische Gesundheit hat. Dies hat in einer Zeit, in der weniger soziale Kontakte gepflegt werden können und viele den Großteil des Tages zu Hause verbringen, besondere Bedeutung.

Was kann man gerade überhaupt machen?
Ich rate vor allem zu Ausdauersportarten an der frischen Luft, die alleine durchführbar sind - wie Laufen, Radfahren, Nordic Walking. Außerdem empfehle ich unbedingt zusätzliche Muskelkräftigungsübungen, die man zu Hause ohne Geräte machen kann. Dazu zählen Liegestütze, Sit-ups, Unterarm-Stütz, Kniebeugen und Ausfallschritte. Es gibt im Internet eine Vielzahl an Trainingsvideos. Wichtig ist weniger, welche Übungen das sind, sondern, dass man überhaupt etwas macht.

Wird jemand leichter krank, wenn er in der Kälte Sport macht?
Ganz im Gegenteil: Regelmäßiges Training - auch im Kühlen - hat einen positiven Effekt auf das Immunsystem. Ein sportlicher Körper wird seltener krank. Dies gilt, solange man es nicht übertreibt. Hohe und lang andauernde Belastungen steigern das Risiko, an Infektionen, vor allem der Atemwege, zu erkranken. Es gibt das sogenannte „Open Windows Phänomen“, bei dem für einige Stunden bis Tage nach Spitzenbelastungen durch Hormonausschüttung (Adrenalin und Cortisol) das Immunsystem gebremst wird.

Was sollte man beachten, um sich nicht während des Sportes anzustecken?
Besonders bei Bewegung muss man Abstand halten, da die Gefahr einer Infektion während körperlicher Anstrengung nochmals höher ist als sonst. Es kommt zu mehr Aerosolen in der Ausatemluft, durch Erweiterung der Lungengefäße und der Bronchien können Viren tiefer in die Atemwege gelangen. Wer sich krank fühlt, sollte eine Pause einlegen!

Was ist nach überstandener Covid-Infektion vor der Trainingswiederaufnahme zu beachten?
Auch nach Symptomfreiheit nur langsam starten und es anfangs nicht übertreiben! Es gibt Hinweise, dass die Krankheit den Herzmuskel anhaltend schädigen kann, und zwar unabhängig von Alter und Fitness. Ein Belastungs-EKG kann wertvolle Hinweise auf die Herzgesundheit nach der Corona-Erkrankung geben und sollte vor Ausdauerleistungen und Rückkehr zum Sport erwogen werden.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 22. Oktober 2021
Wetter Symbol