15.11.2020 05:59 |

Bluetooth-Kopfhörer

Tasten statt Wischen: Teufel Supreme On im Test

Der deutsche Audiospezialist Teufel schickt mit dem Supreme On einen neuen kabellosen On-Ear-Kopfhörer der Oberklasse ins Rennen um die Ohren von Musikfreunden. Statt Touch-Wischerei gibt’s eine durchdachte Tastenbedienung, dazu hochauflösenden aptX-Sound und eine gelungene Geräuschabschirmung. Wir haben probegehört.

Eine aktive Geräuschunterdrückung hat der Supreme On nicht - statt auf stromfressende aktive akustische Löschsignale setzt man schlicht auf dicke Polsterung und eine auf den Ohren aufliegende Bauweise. Das dichtet auch so schon gut ab - bei der Arbeit, beim Spazierengehen oder in den Öffis. Starker Lärm dringt aber natürlich durch - Flugzeugturbinen wird man lieber aktiv unterdrücken wollen. Für den Alltag ist man hier aber gut abgeschirmt.

Das sorgt dafür, dass man sich auch bei niedrigeren Pegeln den akustischen Freuden hingeben kann, die der Supreme On mit seinen 40-Millimeter-Linear-HD-Treibern vermittelt. Im Test erfreute der Teufel-Kopfhörer mit einem detaillierten, erwachsenen Klang mit satten Bässen, klaren Höhen und präsenten Mitten. Damit gibt er einen guten Allrounder ab, der sich im Test bei Rockmusik ebenso heimisch fühlte wie bei Techno oder Klassik.

Genial intuitives Bedienkonzept
Besonders gut gefallen hat uns die intuitive Bedienung des Teufel Supreme On: Statt der heute weit verbreiteten und im entscheidenden Moment oft unzuverlässigen Touch- und Wischbedienung setzt Teufel hier auf einen kleinen Vier-Wege-Joystick für die Lautstärke- und Wiedergaberegelung. Der Joystick an der rechten Ohrmuschel ist jederzeit gut ertastbar und lässt sich effizient bedienen. Balsam für die Seelen gebeutelter Touch-Skeptiker.

An der linken Seite befinden sich ein Pairing-Button und der USB-C-Anschluss zum Aufladen. Praktischerweise gibt es hier auch einen NFC-Chip, mit dem sich schnell und unkompliziert die Bluetooth-Verbindung zum Kopfhörer herstellen lässt. Ein Mikro für Telefonate und die Nutzung von Sprachassistenten ist ebenfalls eingebaut. Eher eine Spielerei ist die Funktion der Bluetooth-Signalweitergabe, mit der sich mehrere Supreme On mit derselben Musikquelle bespielen lassen.

Faltbar, bequem und ausdauernd
Für den Transport - passendes Textilsackerl liegt bei - lässt sich der Supreme On platzsparend zusammenfalten, Teufels On-Ear trägt im Rucksack oder in der Tasche also nicht auf. Die Akkulaufzeit beziffert Teufel mit bis zu 30 Stunden, was sich mit unseren Erfahrungen deckt. Im Test musste der Kopfhörer bei mehrstündiger täglicher Nutzung erst nach einer Woche Strom tanken, in der Praxis hängt die Akkulaufzeit dabei auch von der Lautstärke und der Übertragungsqualität ab. Hochauflösendes AptX bzw. AAC kann die Laufzeit verringern.

Sitz und Verarbeitungsqualität sind tadellos: Der außen textilummantelte, innen schweißabweisend gepolsterte Bügel mündet in zwei stabile metallene und für den Transport einklappbare Halterungen für die mit textilummantelten Kabeln über den Bügel verbundenen Hörmuscheln. Die Bedientasten bieten einen klaren Druckpunkt, dank der weichen Kunstleder-Ohrpolster sitzt alles bequem am Kopf - dank On-Ear-Bauweise auch mit Brille. Dabei trägt das geringe Gewicht von gerade einmal 175 Gramm zum Tragekomfort bei.

Stabiles Bluetooth, zweckmäßige App
Die Bluetooth-Verbindung über Bluetooth 5.0 (aptX bzw. AAC) erwies sich im Test als sehr stabil und blieb auch über einige Meter Distanz frei von Aussetzern und Störgeräuschen. In einen anderen Raum sollte man sich mit dem Kopfhörer aber nicht ohne Musikquelle in der Hosentasche bewegen - da stößt die Funkverbindung ans Limit. Als Alternative zum kabellosen Bluetooth liegt ein 3,5-Millimeter-Klinkenkabel bei.

Für die Feineinstellung des Supreme On bietet Teufel im Google Play Store und Apples App Store eine Begleit-App für den Kopfhörer, über die unter anderem die „Share Me“-Funktion zugänglich ist, mit der eine Musikquelle auf gleich zwei Teufel-Kopfhörern abgespielt werden kann. Von diesem Gimmick abgesehen gibt’s noch einen Equalizer - eher verschnörkelt und mit nicht allzu vielen Presets. Insgesamt nichts besonderes - wer die App nicht installiert, verpasst nicht viel.

Fazit: Leicht und mobil, bequem im Sitz, sauber verarbeitet, ausdauernd und mit einem genialen Bedienkonzept gesegnet, macht der Teufel Supreme On sehr viel richtig. Die Abschirmung ist für den Alltag ohne Langstreckenflug völlig ausreichend, der Klang hochauflösend und im unteren, mittleren und oberen Frequenzspektrum gefällig. Die App hätte noch Feintuning vertragen, insgesamt ist der Supreme On aber ein wirklich rundes Ding.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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