09.03.2007 13:21 |

Aufgeklärt

Präbiotisch? Probiotisch? Idiotisch?

Verstopfung, Blähungen, Abgeschlagenheit - kaum jemand in unserer Wohlstandgesellschaft bleibt von diesen Beschwerden verschont. Durch falsche Ernährungsgewohnheiten, Stress und Bewegungsmangel wird das Gleichgewicht der Darmflora gestört. Pro- und präbiotische Lebensmittel sollen die Verdauung wieder ins Lot bringen. Aber was ist das eigentlich?
100 Billionen unterschiedliche Bakterien leben in unserem Darm. Die wichtigsten davon sind Milchsäurebakterien, Lactobazillen und Bifidobakterien, die den pH-Wert des Darms stabilisieren. Dadurch wird die Darmflora gestärkt und fremde Keime werden abgewehrt.
 
Präbiotische Lebensmittel:
Enthalten unverdauliche Nahrungsbestandteile, die zu den Ballaststoffen gehören, und erst in letzter Zeit näher erforscht wurden. Diese stimulieren das Wachstum gesunder Darmbakterien. Sie gelangen in den unteren Darmbereich und dienen dort den erwünschten Bakterien als Nahrung. Sie kommen in Zwiebeln, Artischocken, Bananen, Chicoree und Lauch vor.
 
Probiotische Lebensmittel:
Enthalten lebende Kulturen von Mikroorganismen, welche die Darmflora ebenfalls positiv beeinflussen. Zu diesen Nahrungsmitteln zählen bestimmte Joghurts, fermentiertes Gemüse (z.B. Sauerkraut) und Sojaprodukte. Für diese Produkte konnte nachgewiesen werden, dass ein großer Teil der Milchsäurekulturen lebend im Dünndarm ankommt, also nicht im Magen abgetötet wird und so den Aufbau der Darmflora unterstützt.
 
Für einen gesundheitsfördernden Effekt sollten daher sowohl probiotische als auch präbiotische Lebensmittel regelmäßig (am besten täglich) zugeführt werden.
 
Verdauung und Sitz des Immunsystems
Der Darm spielt nicht nur bei der Verdauung und Ausscheidung eine lebenswichtige Rolle, er schützt uns auch vor krankheitserregenden Bakterien, ist also Teil eines intakten Immunsystems. Einem Ungleichgewicht der gesunden Darmbakterien werden auch so unangenehme Dinge wie Reizdarm, entzündliche Darmerkrankungen, Magen-Darm-Katarrh bis hin zu Dickdarmkrebs zugeschrieben.
 
Wenn mal wieder "nix geht"
"Etwa 20 Prozent der Erwachsenen leiden unter Verstopfung, zwei Drittel davon Frauen", berichtet das Forum Ernährung heute. Die häufigsten Fehler, die zu Verstopfung führen können, liegen in der oben beschriebenen Lebensführung. Zusätzlich wird oft noch zu wenig getrunken, was den Stuhl ebenfalls "verhärtet". Auch die Einnahme von Antibiotika kann die Darmflora stören und zu Problemen führen.
 
Trotzdem. Greif nicht gleich zu Abführmitteln, die bei längerer Einnahme die Situation noch verschlimmern. Besser sind Verhaltensänderungen wie mehr Bewegung, mehr trinken, aber auch pro- und präbiotische Lebensmittel helfen. Bei länger andauernden Darmproblemen sollte aber auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, da auch schwere Erkrankungen dahinter stecken können.
 
Ballast ist wichtig 
Wenn zu wenig Ballaststoffe zugeführt werden, wirkt sich das negativ auf die Darmtätigkeit aus. Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, meist aus pflanzlichen Lebensmitteln. Durch die großen Faseranteile wird die Kautätigkeit und die Darmbewegung angeregt. Verdauungsäfte werden vermehrt abgegeben und der Transport des Darminhaltes beschleunigt.
 
Die allen bekannten Ballaststoffe finden wir in Vollkornprodukten, Leinsamen, Obst und Gemüse. "Eine Umstellung auf ballaststoffreiche Ernährung muss aber schrittweise erfolgen, sonst verschlimmert sich das Problem noch," empfiehlt "Forum Ernährung". Vor allem bei älteren Menschen sollten dies unter Aufsicht eines Arztes erfolgen.
 
Darmsanierung durch Mayr-Kur
Für die meisten Menschen sinnvoll wäre es, ein paar Wochen lang die "F.X. Mayr"-Kur zu machen. Dabei wird das gesamte Verdauungssystem auf Vordermann gebracht - die Folge ist eine neue Gesundheit und Lebensqualität. Mehr Infos dazu siehe Linkbox!
Dienstag, 11. Mai 2021
Wetter Symbol