05.11.2020 14:00 |

Luftqualität besser

Pandemie kurbelt Plastikverbrauch dramatisch an

Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie konnten sich Umweltschützer noch über positive Effekte auf die Natur freuen. Doch wie ein Bericht der Europäischen Umweltagentur zeigt, hat die Krise auch negative Auswirkungen: Der Verbrauch von Einwegkunststoff sei durch den Bedarf an Schutzausrüstung und Einwegbehältern erheblich gestiegen.

Blauer Himmel in China, saubere Kanäle in Venedig und gute Luft in Tirol. Die Pandemie verschaffte der Natur im Frühjahr eine Verschnaufpause, da der Lockdown in vielen Ländern zu deutlich weniger Verkehr auf der Straße und in der Luft führte. Doch es gibt leider auch negative Effekte, wie die EU-Behörde nun berichtete.

Mehr in Plastik verpackte Produkte werden gekauft
„Die Pandemie führte zu einem plötzlichen Anstieg der weltweiten Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie Masken, Handschuhen, Roben und Desinfektionsmitteln in Flaschen“, so die EEA. Zudem hätten viele Restaurants in Europa auf Take-Away- und Lieferservices mit Einweg-Plastikbehältern umgestellt. Auch viele Produkte, die über den zunehmenden Online-Versandhandel verschickt würden, seien in Plastik verpackt. „Die Herstellung, der Verbrauch und die Entsorgung zusätzlicher Einwegkunststoffe werden größere Auswirkungen auf Umwelt und Klima haben“, ist die EEA sicher. Die Folge seien ein Anstieg der Luftverschmutzung und der Treibhausgasemissionen sowie mehr Abfall.

Die Corona-Krise habe sich nicht nur in der EU, sondern global auf den Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen ausgewirkt, heißt es in dem Bericht. In welcher Größenordnung werde man erst 2021 beurteilen können. Eine große Rolle spiele der Verkehrssektor, der von den Beschränkungen des internationalen Reiseverkehrs und den Aufforderungen, zu Hause zu arbeiten, besonders beeinflusst wurde.

Stickstoffdioxid-Konzentration ging in Österreich um ein Drittel zurück
Europaweit - so Schätzungen - ging der Personenverkehr um 57 Prozent und der Flugverkehr um 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. In einigen Städten habe sich die Luftqualität dadurch „dramatisch verbessert“. In Österreich sei die Stickstoffdioxid-Konzentration in der Luft um ein Drittel (34 Prozent) zurückgegangen. In vielen Teilen der Welt sei die Luftqualität aber wieder auf das alte Niveau zurückgekehrt, als die Corona-Maßnahmen gelockert wurden.

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