Befragt wurden Kinder im Alter von 9 bis 16 Jahren, die das Internet nutzen. Insgesamt 39 Prozent dieser Kinder sind bereits mit einem oder mehreren Online-Risiken (z.B. Pornografie, Bullying, sexuelle Nachrichten und Bilder, Kontakt mit nicht persönlich bekannten Personen, Offline-Treffen mit Online-Bekanntschaften, Missbrauch persönlicher Daten etc.) in Kontakt gekommen. 16 Prozent aller österreichischen Kinder haben sich bereits mit fremden Personen aus dem Internet getroffen - eine große Gefahr.
Österreichische Kinder sehen besonders oft Bilder mit sexuellem oder pornographischem Inhalt - 16 Prozent hatten im Internet in den letzten 12 Monaten Kontakt mit solchen Abbildungen, in Deutschland lediglich 5 Prozent. Ebenfalls ein heimisches Problem: Nur 5 Prozent der österreichischen Eltern glauben, ihr Kind habe solche Bilder bereits im Internet gesehen. In anderen europäischen Ländern schätzen die Eltern die Lage realistischer ein. Dabei empfinden immerhin 34 Prozent der betroffenen Kinder aus Österreich den Kontakt mit solchen Bildern als unangenehm. 4 Prozent des heimischen Nachwuchses haben in den letzten 12 Monaten selbst Nachrichten mit sexuellen Inhalten verschickt - das ist doppelt so viel wie der europäische Durchschnitt.
Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass insbesondere Kinder in Estland, Litauen, der Tschechischen Republik und in Schweden (jeweils zwei Drittel) bereits Erfahrungen mit einem oder mehreren Online-Risiken gemacht haben. Am seltensten war dies bei Kindern in der Türkei, in Portugal und in Italien der Fall.
Kinder erkennen Risiken im Internet oft nicht
Die Untersuchung zeigte auch, dass das Einstiegsalter für die Internetnutzung auf unter zehn Jahre gesunken ist und dass zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen bereits mit risikoreichen Inhalten Kontakt hatten, die sie auch unangenehm berührten. Interessanterweise empfindet die Mehrheit der Kinder Online-Risiken oft nicht als unangenehm und spricht daher nicht von negativen Erfahrungen. "Risiken und negative Erfahrungen gehen somit nicht zwangsläufig Hand in Hand. Faktoren wie Alter und Geschlecht beeinflussen dieses Empfinden. Insbesondere jüngere Kinder können oft nur schwer mit risikohaltigen Inhalten umgehen", hieß es in der Studie. Zwar steige die Konfrontation mit solchen Inhalten mit zunehmendem Alter und häufigerer Internetnutzung an, negative Empfinden würden aber nicht gleichermaßen zunehmen.
Maßnahmen nötig, um Eltern und Kinder aufzuklären
Ingrid Paus-Hasebrink, Leiterin des Forschungsteams in Österreich, spricht von einer Sonderstellung österreichischer Kinder in der Untersuchung. "Nicht nur, dass hier das Einstiegsalter für die Internetnutzung mit zehn Jahren im europäischen Durchschnitt recht hoch ist, österreichische Kinder nutzen das Internet auch weniger häufig - nur 50 Prozent täglich. Dennoch werden sie vergleichsweise häufig mit Risiken konfrontiert." Die häufige Konfrontation mit Risiken bei geringer Nutzung und die allgemeine Unterschätzung der Risiken vonseiten der Eltern lasse den Ruf nach politischen Konsequenzen laut werden: Es bedürfe in Zukunft verstärkt spezieller Maßnahmen, um das Bewusstsein zu stärken und gezielt vor allem jüngeren Kindern einen sichern Umgang mit dem Internet zu ermöglichen.









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