20.09.2020 22:27 |

Wohncontainer zerstört

Nach Moria-Inferno: Feuer in Lager auf Samos

Nach dem Drama um das Camp Moria auf Lesbos stand am Sonntag erneut ein Flüchtlingslager auf einer griechischen Insel in Brand. Diesmal handelte es sich um ein Aufnahmezentrum auf der Insel Samos, wo hauptsächlich unbegleitete Minderjährige untergebracht sein sollen. Die Brandursache ist unklar, es soll mehrere Verletzte geben.

Die Flammen seien rasch unter Kontrolle gebracht worden, teilten Polizei und Feuerwehr am Abend mit. Demnach wurden zwei oder drei Wohncontainer zerstört, Verletzte habe es nicht gegeben.

Lager Moria durch Brände zerstört
Vor elf Tagen war durch mehrere Brände das Flüchtlingslager Moria zerstört worden. Dadurch wurden nach Angaben der Behörden 12.700 Menschen obdachlos. Bis zum Wochenende wurden rund 9000 von ihnen in einer provisorischen Zeltstadt auf Lesbos untergebracht.

Wie das Lager Moria war die Einrichtung auf Samos während der Flüchtlingskrise 2015 errichtet worden. Auch dieses Camp ist völlig überfüllt - statt der vorgesehenen 650 leben dort fast 6000 Migranten. Die hygienischen Zustände sind daher schlecht, außerdem gibt es immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen und Brände in dem Lager auf Samos. Erst vor wenigen Tagen gab es auch ein Feuer in der Nähe des Flüchtlingslagers - 13 Menschen wurden festgenommen.

Ausgangssperre heizt Lage an
Die Spannungen werden dadurch weiter angeheizt, dass anders als für den Rest des Landes für die Flüchtlingslager in Griechenland noch immer eine Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie gilt. Bei den Flüchtlingen auf Samos wurden nach Behördenabgaben bisher 21 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen.

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