Für Aufregung sorgt der Vorstoß der Grazer NEOS: Weil schon die Hälfte der Kinder in der steirischen Landeshauptstadt zu Hause kein Deutsch spricht, fordern sie verpflichtende Sprach-Tests schon vor dem Kindergarten. Der Bildungsminister unterstützt den Vorstoß.
Für Aufsehen sorgt die Forderung des Grazer NEOS-Spitzenkandidaten Philipp Pointner, bereits für Dreijährige einen verpflichtenden Deutsch-Test einzuführen: Grund für den Vorstoß, den man eher den Blauen zugetraut hätte, ist die alarmierende, in der Statistik Austria nachzulesende Erkenntnis, dass in der steirischen Landeshauptstadt bereits jedes zweite Kind zu Hause kein Deutsch spricht.
„Kinder werden hier schon im Volksschulalter jeder Chance beraubt und ganze Klassen werden aufgehalten, wenn die Hälfte zuerst einmal Deutsch lernen muss“, so Pointner. Dafür sei eine Sprachstandsfeststellung bereits vor dem Eintritt in den Kindergarten Gebot der Stunde.
Rückendeckung für Pointner kommt nun von Parteifreund Christoph Wiederkehr: „Gut Deutsch zu können, ist Grundlage für den späteren Bildungserfolg, dafür müssen im Kindergarten die Weichen gestellt werden“, sagt der Bildungsminister zur „Krone“. Je früher man wisse, bei welchen Kindern konkreter Förderbedarf bestehe, umso besser und gezielter könne man auch unterstützen. „Wenn das verbindlich noch vor Eintritt in den Kindergarten festgestellt werden kann, dann begrüßen wir das ausdrücklich.“
Kindergarten-Pflicht bei Problemen
Die Frage nach möglichen Konsequenzen, sollte ein Kind durch den Deutsch-Test fallen, beantwortet Pointner übrigens so: „Wird bei der Sprachstandsfeststellung ein Defizit nachgewiesen, dann braucht es eine sofortige Kindergartenpflicht – und damit ein drittes verpflichtendes Kindergartenjahr, um gezielte Fördermaßnahme setzen zu können.“
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