Sogar Cobra rückte an

60-Jähriger versetzt Nachbarschaft in Schrecken

Niederösterreich
14.06.2026 11:00

In Wiener Neustadt sorgt ein Nachbar für Angst bei betagten Mitbewohnern des Betreuten Wohnens. Obszöne Nachrichten, Drohbriefe, Beschimpfungen und nächtliches Randalieren stehen an der Tagesordnung. Weil sie sich oft nicht mal mehr vor die Tür trauen, wandten sie sich hilfesuchend an die „Krone“.

„Wir trauen uns kaum noch vor die Tür!“ Die Verzweiflung im Betreuten Wohnen in Wiener Neustadt ist riesig. Die Betroffenen klagen über massiven Terror, den ein 60-jähriger Nachbar seit Monaten auf sie ausübe. Vergangenes Wochenende musste sogar die Cobra anrücken. „Dann stecken sie ihn kurz in die Psychiatrie und ein paar Tage später beginnt wieder alles von vorne“, so die besorgte und genervte Anna B. Besonders betroffen sind die meist hochbetagten Bewohner – viele davon sind über 80 Jahre alt.

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Meine Nachbarin geht nur mehr mit Stock aus dem Haus, obwohl sie gar keinen braucht. Sie nimmt ihn nur, um sich zu wehren, falls er sie angreift.

Anna B., betroffene Bewohnerin

„Meine Frau verlässt das Haus nur noch mit Pfefferspray und Taschenalarm“, schildert auch Nachbar Georg K. die angespannte Lage. Eine Dame, die unter dem Störenfried lebt, wurde auf ihrem Balkon bereits mit heißem Wasser verbrüht, das dieser hinausschüttete. Zwei andere Nachbarinnen, beide über 85, nötigte er dazu, mit ihm im Lift auf- und abzufahren, im Stiegenhaus beschmiert er den Boden mit Mayonnaise. „Für uns gebrechlichen Leute ein massives Sicherheitsrisiko“, erklärt auch Nachbarin Pia S.

Obszöne Nachrichten für stark betagte Frauen
Weitere Vorwürfe: Türen und Schlösser werden laufend beschädigt, pornografische Bilder sowie Gurken und Krenwurzen – vom Störenfried als Sexspielzeug gedacht – werden vor den Türen alter Damen mit obszönen Nachrichten deponiert und Nachbarn sogar bedroht. Vor allem Nachts! „Ich krieg dich, dann werd’ ich dich töten und zerstückeln“, soll er einem Nachbarn zugerufen haben.

Genossenschaft und Polizei kennen das Problem
Die Genossenschaft bestätigt die „Krone“-Recherchen. „In regelmäßigen Abständen ist unsere Sozialarbeiterin im Haus – Gespräche mit dem Herrn führten bisher zu keinem Erfolg“, bestätigt die Geschäftsführerin. Und: „Wir haben bereits gerichtlich die Kündigung eingebracht und können nur hoffen, dass diese durchgeht und wir den Herrn endlich aus dem Haus bekommen.“

Bereits gut bekannt ist der 60-Jährige bei der Polizei: „Wir mussten bislang mehrfach einschreiten, haben ermittelt und Anzeigen erstattet“, heißt es dazu von Polizeisprecher Johann Baumschlager. Ein gesetzlicher Erwachsenenvertreter soll nun installiert werden.

Für die Bewohner ist die Situation jedoch längst unerträglich geworden. „Wir wollen nicht, dass er bestraft wird. Er braucht Hilfe. Aber wir brauchen sie auch“, sagen sie. Ihre größte Angst: Dass erst etwas Schlimmeres passieren muss, bevor gehandelt wird!

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