Trickserei vermutet

Bootshaus wurde zu Luxus-Lounge: Ärger am Attersee

Oberösterreich
14.06.2026 10:00

Kürzlich musste ÖFB-Star Konrad Laimer erfahren, dass eine Bootshütte am Mondsee, die er kaufen wollte, abgerissen werden muss: Sie soll widmungsfremd genutzt worden sein. Am Attersee könnte es nun einen ähnlichen Fall geben. Der Vorwurf: Ein Bootshaus werde zweckentfremdet als private Luxus-Lounge genutzt.

Den Stein ins Rollen brachte die Aktion „Da für dich“, bei der Bürgerinnen und Bürger aufgerufen waren, Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) am Privat-Handy anzurufen, um sich mit ihm auszutauschen. Eine Anruferin machte dabei laut Kaineder ihrem Ärger über einen ihrer Meinung nach untragbaren Zustand in der Gemeinde Steinbach am Attersee Luft.

Passt die Nutzung zur Widmung?
Ein Bauunternehmer soll dort ein Bootshaus erworben und dieses in eine Luxus-Lounge, die er quasi als Ferienwohnung nutze, umgemodelt haben. Beim Grünen-Chef wirft das einige Fragen auf: „Darf ein Bootshaus direkt am See so genutzt werden? Wurde alles bewilligt? Passt die Nutzung zur Widmung?“ Oder sei hier schlicht ein „privates Wohnzimmer in bester Seenlage“ entstanden?

Die Gemeinde Steinbach müsse das Bootshaus nun baurechtlich überprüfen und bei Ungereimtheiten Konsequenzen ziehen, fordert Kaineder. „Der Attersee gehört nicht den Lautesten, nicht den Reichsten und schon gar nicht jenen, die sich mit faulen Tricks durchschummeln wollen.“

Das sagt die Bürgermeisterin
Steinbachs Bürgermeisterin Nicole Eder (ÖVP) sagt dazu auf „Krone“-Anfrage: „Durch das offizielle Schreiben von Landesrat Kaineder ist ein laufendes Verfahren in Gang gesetzt worden. Wir werden das, was die Behörde betrifft, so rasch wie möglich prüfen.“ Dass über das Bootshaus in der Gemeinde geredet wird, sei ihr bekannt, räumt Eder ein. Sie halte das aber eher für eine „Neiddiskussion“.

Private Bootsfahrten trotz Sommersperre
Das Bootshaus ist aber nicht das einzige Ärgernis – sondern auch das dazugehörige, mehrere hundert PS starke Boot. Damit brause der Eigentümer trotz Sommersperre, die für weniger Lärm und Abgase sorgen soll, über den See. Der Bauunternehmer hat zwar ein Wassertaxi-Gewerbe angemeldet und daher eine Ausnahmegenehmigung, nutze das Boot aber vorwiegend privat, so der Vorwurf. Auch dem will Kaineder auf den Grund gehen. Er fordert das Land OÖ zur Prüfung auf: „Liegt tatsächlich ein ernsthafter Betrieb zur Personenbeförderung vor? Wie oft wurde das Boot dafür genutzt? Wer prüft Fahrten, Zweck und Aufzeichnungen?“ 

Für den Umweltlandesrat steht fest: „Wenn sich die Hinweise bestätigen, dann darf es keinen Promi-Bonus geben. Dann braucht es klare Folgen.“

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