15.08.2020 09:39 |

„Rasche Hilfe nötig“

Regierung kündigt weitere Libanon-Millionen an

Nachdem die Bundesregierung vergangene Woche als Soforthilfe eine Million Euro zur Linderung der Explosions-Katastrophe im Libanon angekündigt hat, sollen nun rasch weitere 900.000 Euro Hilfe fließen. Das Geld soll für die Wiederherstellung der Wasserversorgung und Unterstützung im medizinischen Bereich, unter anderem Medikamente und Covid-19-Materialien, an sechs Spitäler in Beirut fließen. Zwei weitere Millionen Euro sollen laufende Projekte von österreichischen NGOs in der Flüchtlingsbetreuung verlängern.

„Die Katastrophe im Libanon hat fürchterliches Leid bei der Bevölkerung verursacht. Wir sehen es als unsere Verantwortung, rasch und gezielt zu helfen“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Stellungnahme gegenüber der APA. „Deshalb haben wir uns entschieden, weitere 900.000 Euro als Soforthilfe über die Austrian Development Agency zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sind weitere gezielte Hilfen in Planung.“

1,9 Millionen Euro für Versorgung der Verletzten und Obdachlosen
Die gesamt 1,9 Millionen Euro Soforthilfe sollen damit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), dem Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) und erfahrenen österreichischen Hilfsorganisationen, die bereits mit Hilfe vor Ort begonnen haben, für die Versorgung und Unterbringung der Tausenden Verletzten und obdachlos gewordenen Bewohner Beiruts sowie deren medizinischer Versorgung zur Verfügung gestellt werden.

Weitere zwei Millionen Euro für Flüchtlingsbetreuung
Dies soll aber nicht die einzige Hilfe der Bundesregierung bleiben, kündigt Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) an: „Zwei weitere Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds für den Libanon und Jordanien sind in Planung, um laufende Projekte von österreichischen NGOs in der Flüchtlingsbetreuung in den beiden Ländern zu verlängern.“ Auch diese Hilfe solle „schnellstmöglich auf den Weg gebracht“ werden.

Österreich liefert tausend Hygiene-Hilfspakete in den Libanon
Darüber hinaus reagiert das Innenministerium als verantwortliches Ressort für die internationale Katastrophenhilfe auf ein Hilfsersuchen der libanesischen Regierung an die Europäische Kommission, wie Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) in einer Aussendung am Samstagvormittag betonte. Über den Katastrophenhilfemechanismus der EU wurden insgesamt tausend Hygienepakete zur Unterstützung von insgesamt 5000 Personen mit Gütern des täglichen Bedarfes angeboten. Der erste Teil der Hilfsgüter soll gemeinsam mit Hilfsgütern aus Kroatien und Bulgarien am Samstagabend von Wien nach Beirut transportiert werden.

300.000 in Beirut laut UNO auf humanitäre Hilfe angewiesen
Österreich hat in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als 150 Millionen Euro für Hilfe in der Region ausgegeben, zehn Millionen Euro allein für den Libanon. Das Land, das mehr als eine Million syrische Flüchtlinge beherbergt, ist vor eineinhalb Wochen von einer verheerenden Explosion getroffen worden. Viele Menschen verloren Wohnung und Arbeitsplatz. Nach UNO-Schätzung sind 300.000 Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 100.000 Beiruter seien arbeitslos geworden.

Rund 3000 Tonnen giftiger Chemikalien waren in einer Lagerhalle im Hafen von Beirut explodiert. Mindestens 171 Menschen kamen uns Leben, mehr als 6000 wurden verletzt. Die Ermittlungen zur Ursache laufen noch. Offenbar wurden die Chemikalien aber nicht ausreichend geschützt gelagert.

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