Lebensmittelgeschäfte und Apotheken in Schweden müssen mit 1. Juli nach einer Gesetzesänderung wieder Bargeld annehmen. Damit will man in Krisen besser gegen technische Ausfälle gewappnet sein. Gleichzeitig sollen Menschen, die mit digitalen Bezahlformen nicht klarkommen, nicht ausgegrenzt werden.
In vielen Supermärkten im Land gibt es diese Option aber ohnehin noch. „In manchen Situationen, wenn die Technik streikt, können Münzen und Scheine die einzige Bezahlform sein, die funktioniert“, sagte Carlos Cancino von der Supermarktkette Coop. Ansonsten zahlt die große Mehrheit der Schweden ohnehin am liebsten mit Karte oder Handy.
Kein echtes Bargeld-Comeback
Ein echtes Bargeld-Comeback ist die Gesetzänderung nicht. Von der Regel gibt es zudem zahlreiche Ausnahmen – etwa für Supermärkte, in denen es gar keine bemannten Kassen mehr gibt. Händler können sich außerdem auf die Kosten eines Bargeld-Systems berufen. Mehr als 25 Münzen müssen die Geschäfte zudem nicht annehmen. Und: Es gibt keinen Plan, ob und wie Verstöße gegen die neue Regelung geahndet werden sollen.
Kaum noch Bargeld-Nutzung in Schweden
Die Bargeld-Nutzung geht in Schweden seit vielen Jahren zurück. In einer Umfrage der schwedischen Reichsbank gaben im vergangenen September nur fünf Prozent der Befragten an, ihren letzten Einkauf bar bezahlt zu haben. Für den Krisenfall empfiehlt die Reichsbank den Schweden aber seit einiger Zeit, neben mehreren Bankkarten und dem Bezahldienst auf dem Handy umgerechnet rund 90 Euro Bargeld zu Hause aufzubewahren.
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