24.04.2020 00:37 |

Berufung auf WHO

Remdesivir bei klinischer Studie durchgefallen?

Möglicher Rückschlag im Kampf gegen das Coronavirus: Der Hoffnungs-Wirkstoff Remdesivir ist einem Bericht der „Financial Times“ zufolge bei einer klinischen Studie als Mittel gegen die vom SARS-CoV-2-Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 durchgefallen. Laut der Zeitung, die sich auf ein kurzzeitig und offenbar aus Versehen auf der Website der Weltgesundheitsorganisation WHO abrufbares Abstract der Studie berief, gelang es nicht, den Gesundheitszustand der Patienten zu verbessern. Der Pharmakonzern, der hinter Remdesivir steht, widerspricht der Darstellung.

Laut dem Bericht der „Financial Times“ waren bei dem klinischen Test in China 158 Infizierte mit Remdesivir behandelt worden, während eine Kontrollgruppe von 79 Patienten das Mittel nicht erhielt. Nach einem Monat waren den Berichten zufolge 13,9 Prozent der Probanden, denen Remdesivir verabreicht worden war, gestorben. In der Kontrollgruppe waren es 12,8 Prozent.

Pharmakonzern: Studie wegen geringer Beteiligung vorerst beendet
Der US-Pharmakonzern Gilead Sciences, der das Mittel eigentlich für Ebola-Patienten entwickelt hat, wies die Darstellung der Studienergebnisse in den Berichten zurück. Der auf der WHO-Website veröffentlichte Beitrag sei eine „unangemessene“ Zusammenfassung der Experiments. Die Studie sei wegen geringer Beteiligung vorzeitig beendet worden und daher statistisch nicht signifikant. Zudem sei aus den Daten ein „möglicher Nutzen von Remdesivir“ abzuleiten, insbesondere bei Patienten in einem frühen Krankheitsstadium.

Klinische Studien mit Remdesivir in mehreren Ländern
Remdesivir gilt als einer der erfolgsversprechendsten Wirkstoffe im Kampf gegen das neuartige Coronavirus und wird in einzelnen Fällen bereits zur Behandlung von Patienten eingesetzt. In mehreren Ländern finden klinische Studien mit Remdesivir statt. Laut der auf Gesundheitsthemen spezialisierte Website Stat hatte das Mittel bei Corona-Patienten in einem Krankenhaus in Chicago große Wirkung gezeigt. Vorläufige Teilergebnisse von zwei wissenschaftlichen Studien mit dem möglichen Covid-19-Therapeutikum haben Ende vergangener Woche für einen regelrechten (Aktien-)Hype gesorgt.

Auch Austro-Wissenschaftler Penninger testet bereits an Patienten
Auch auf Josef Penninger, rot-weiß-roter Wissenschaftler mit Weltruf, ruhen derzeit viele Hoffnungen, was die Entwicklung eines Medikaments gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 angeht. Denn der Österreicher forscht seit Jahren an SARS und hat nach dem Ausbruch die damals neuartige Lungenkrankheit mit seinem Team besiegt. Vergangene Woche starteten erste Tests an Patienten in Österreich, Deutschland und Dänemark.

„Wenn alles gut geht, wissen wir Anfang des Sommers, was rauskommt“, so Penninger in der Vorwoche. Das Gute an seinem Medikament sei, dass es Organe wie die Lunge, das Herz oder die Niere schütze, so Penninger, der dem Virus „die Tür zusperren“ will. Das aktuelle SARS-CoV-2-Virus nutzt wie das 2002 aufgetauchte SARS-Virus den ACE2-Rezeptor, um in menschliche Zellen zu gelangen.

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