17.04.2020 03:18 |

Studie mit 200 Kranken

Penninger: Diese Woche erste Tests an Patienten

Auf Josef Penninger, rot-weiß-roter Wissenschaftler mit Weltruf, ruhen derzeit viele Hoffnungen, was die Entwicklung eines Medikaments gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 angeht. Denn der Österreicher forscht seit Jahren an SARS und hat nach dem Ausbruch die damals neuartige Lungenkrankheit mit seinem Team besiegt. Nun wird sein Mittel getestet, auch in Österreich.

„Diese Woche sollen die ersten Patienten behandelt werden“, sagte Penninger im Gespräch mit dem ORF Oberösterreich. „Wenn alles gut geht, wissen wir Anfang des Sommers, was rauskommt.“ 200 schwer an Covid-19 Erkrankte seien Teil der klinischen Studie, die in Österreich, Deutschland und Dänemark durchgeführt werde. „100 bekommen neben der normalen Therapie, die man sowieso gibt, das Medikament, 100 bekommen das Placebo“, erläutert der Wissenschaftler. Jeder Patient werde sieben Tage lang behandelt, „und dann wird das drei Wochen nachverfolgt“, so Penninger. Etwa einen Monat lang würden die Patienten untersucht.

Medikament sperrt dem Virus die Tür zu und schützt die Organe
Das Gute an seinem Medikament sei, dass es Organe wie die Lunge, das Herz oder die Niere schütze, so Penninger, der dem Virus „die Tür zusperren“ will. Das aktuelle SARS-CoV-2-Virus nutzt wie das 2002 aufgetauchte SARS-Virus den ACE2-Rezeptor, um in menschliche Zellen zu gelangen.

„Wie SARS dockt auch Corona an Zellen im Körper an, sucht sich dieselbe Tür bzw. dasselbe Schlüsselloch zum Eindringen aus. Ziel ist es, das Virus mittels eines nachgebauten Proteins zu täuschen - also die offene Türe zu schließen und die Lunge zu schützen“, beschrieb der österreichische Forscher bereits Anfang März gegenüber der „Krone“.

„Ganz wichtig ist, dass es Medikamente gibt“
Bis es eine Impfung gibt, werde es seiner Ansicht nach noch mindestens ein Jahr dauern, so Penninger, der vorrangig auf ein wirksames Medikament setzt. „Natürlich sind sie (Impfungen, Anm.) essenziell, und wir müssen das tun, und wir werden das auch tun, aber was ganz wichtig ist, ist, dass es Medikamente gibt.“ Das allein sei schon ein Durchbruch, so der Forscher gegenüber dem ORF weiter.

Durch die Kombination Schnelltests und Medikament gegen die gefährliche Lungenkrankheit könnte es bereits in einigen Monaten möglich sein, ein halbwegs normales Alltagsleben zu führen, ist Penninger zuversichtlich.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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