Penninger lobt Politik

Austro-Genetiker will „Virus die Tür zusperren“

Wissenschaft
21.03.2020 14:26

Der österreichischen Genetiker Josef Penninger hat im Ö1-Mittagsjournal" am Samstag angekündigt, dass er sich um einen Teil der 22 Millionen Euro bewerben werde, die von der Regierung für die Forschung gegen die Covid-19-Erkrankung bereitstehen. Er habe 15 Jahre Vorlauf, sagte Penninger, der an SARS forscht und nach dem Ausbruch die damals neuartige Lungenkrankheit mit seinem Team besiegt hat. Für ein Medikament, das er nun im Kampf gegen das derzeit weltweit grassierende SARS-CoV-2-Virus entwickelt hat und das dem „Virus die Tür zusperren“ soll, hofft er auf eine schnelle Zulassung.

Der aktuelle SARS-CoV-2-Virus nutzt wie der 2002 aufgetauchte SARS-Virus den ACE2-Rezeptor, um in menschliche Zellen zu gelangen. Dem „Virus die Tür zusperren“ soll „sein“ Medikament und zweitens die Organe schützen. „Wir reichen heute den Antrag für eine definitive klinische Studie in China ein“, kündigte Penninger an - nächste Woche würde man dies dann wahrscheinlich auch in Europa machen.

3D-Darstellung des Covid-Erregers SARS-CoV-2 (Bild: NIAID-RML, krone.at-Grafik)
3D-Darstellung des Covid-Erregers SARS-CoV-2

Penninger hofft auf schnelle Zulassung
Was eine mögliche Zulassung danach betrifft, so hofft Penninger, Mitbegründer der Wiener Biotechnologiefirma Apeiron, einerseits, dass die Behörden hier schnell vorgingen, ohne andererseits aber „Schnellschüsse“ zu unternehmen, denn das helfe niemanden. Phase-I- bis Phase-II-Studien gab es bereits, das Mittel wurde in der Vergangenheit auch an Menschen mit schwerem Lungenversagen getestet. Nun soll dies so schnell wie möglich bei an Covid-19-Erkrankten passieren - und zwar in Europa, Asien und vielleicht an Nordamerika, erläuterte der Genetiker die nächsten Schritte.

Penninger in seinem Element: Der Forscher gilt als Hoffnung für die Menschheit im Kampf gegen Corona. (Bild: Klemens Groh)
Penninger in seinem Element: Der Forscher gilt als Hoffnung für die Menschheit im Kampf gegen Corona.

Zu seiner Aussage, dass der Coronavirus 30-mal tödlicher als Influenza sei, dazu stehe er weiterhin, sagte Penninger. Als der SARS-Virus auftauchte, da ging man zu Anfang von zwei Prozent aus, „und am Ende waren wir bei zehn Prozent“, gab der Experte zu bedenken. Was Covid-19 betrifft, da würden noch die Daten fehlen. Jetzt gehe man von einer Letalität von drei bis 3,5 Prozent aus: „Ich hoffe, es geht nach unten“, sagte Penninger dazu, aber der Anteil an Toten könne sich ebenso nach oben korrigieren.

Symbolbild (Bild: APA/Hans Punz)
Symbolbild

Maßnahmen der Regierung „relativ gut“
Was die Maßnahmen der österreichischen Regierung gegen das Coronavirus betrifft, so mache diese eine gute Arbeit, auch was die Kommunikation betreffe. „Relativ früh“ habe sie „relativ gut“ reagiert, lautete hier die Einschätzung Penningers.

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