23.07.2010 11:34 |

Bei Vieltelefonierern

Handygebrauch steigert offenbar Tinnitus-Gefahr

Regelmäßiges Telefonieren mit dem Handy kann langfristig zu chronischem Tinnitus beitragen. Wer vier Jahre lang häufig mobil telefoniert, hat im Vergleich zu Handy-Muffeln das doppelte Risiko für die lästigen Ohrgeräusche, so das Ergebnis einer Studie von Umweltmedizinern der Universität Wien.

Obwohl die Verbreitung von chronischem Tinnitus in Industrieländern zunimmt, ist die Ursache der chronischen Pfeif-, Brumm- oder Rauschtöne im Ohr noch weitgehend ungeklärt. Die Wiener Forscher prüften nun, ob der Gebrauch von Handys dazu beiträgt, und verglichen dafür 100 Patienten, die an chronischem Tinnitus litten, mit ebenso vielen gleichaltrigen Menschen ohne derartige Ohrgeräusche.

Dazu dokumentierten sie, seit wann die Teilnehmer Handys nutzten, wie oft sie telefonierten oder wie stark der jeweilige Gerätetyp strahlte. Patienten, die an Bluthochdruck litten oder die Medikamente einnahmen, welche die Erkrankung begünstigen könnten, wurden von der Untersuchung ausgeschlossen.

Das Ergebnis: Je länger die Patienten ein Mobiltelefon nutzten, desto stärker stieg das Tinnitus-Risiko. Wer seit über vier Jahren ein Handy hatte und viel telefonierte, war doppelt so stark gefährdet wie vergleichbare Personen in der Kontrollgruppe. Die Forscher räumen in der Zeitschrift "Occupational and Environmental Medicine" allerdings ein, dass Tinnitus-Patienten rückblickend dazu neigen könnten, ihren Handy-Gebrauch überzubewerten.

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