22.11.2019 09:45 |

Vom Palast geghostet

Niemand redet mit Prinz Harry und Herzogin Meghan

Herzogin Meghan und Prinz Harry haben sich schon wieder beschwert: Freunde des royalen Paares plauderten aus, dass sich immer noch niemand aus dem Palast um sie kümmere. Keine Anrufe und SMS kämen von der Königsfamilie. Dabei müssen die beiden aufpassen, dass sie nach Prinz Andrew nicht als Nächste von der Queen gefeuert werden.

Vor Kurzem hatte sich die US-Amerikanerin in einem TV-Interview mit Tränen in den Augen beklagt, dass niemand während ihrer Schwangerschaft und danach je gefragt habe, wie es ihr geht. Prinz Harry wiederum bestätigte in der TV-Doku, nur noch wenig mit seinem Bruder Prinz William zu unternehmen. Man befände sich auf „unterschiedlichen Pfaden“.

Ein vorweihnachtliches Näherrücken hat seither offenbar nicht stattgefunden. Im Gegenteil, berichtete jetzt ein nicht namentlich genannter Informant der Zeitschrift „People“: „Es hat sich nichts geändert. Sie sprechen nicht miteinander, niemand meldet sich bei ihnen, keiner schickt ihnen einmal eine SMS-Nachricht.“ Herzogin Meghan und Prinz Harry fühlten sich immer noch vom Rest der Familie isoliert.

Ein Fall von royalem „Ghosting“? Der Begriff bedeutet, dass jemand in einer Freundschaft oder Beziehung ohne Ankündigung jeglichen Kontakt abbricht.

Royals haben andere Sorgen
Doch davon kann wohl keine Rede sein. Sollte das Paar gerade nicht im Mittelpunkt stehen, so hat das andere Gründe - und die Beschwerde kommt zu einem erdenklich schlechten Zeitpunkt. Die Königsfamilie hat nämlich ganz andere Sorgen als das Wohlbefinden des Prinzen-Paares, das sich sowieso gerade eine sechswöchige Auszeit nimmt und das erste Weihnachten mit Baby Archie fernab der Königsfamilie feiern will.

Herzogin Kate, die bereits versucht haben soll, die Hand nach Meghan auszustrecken und diese angeblich kurz nach dem Interview angerufen hat, hat derzeit nur Kopf für ihre Kinder Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis. Der sechsjährige George und die vierjährige Charlotte müssen jeden Tag zur Schule, und der kleine Louis ist gerade einmal ein Jahr alt. Kommen da noch Husten, Schnupfen oder gar Fieber dazu, kann es mit drei Kindern schon sehr anspruchsvoll werden.

Am Donnerstag musste Kate einen gemeinsamen Auftritt mit Prinz William absagen, da eines der Kinder krank war und niemand die liebevolle Mama zum Trösten hätte ersetzen können.

Monarchie-Krise
Die Großmutter von Prinz Harry, Königin Elizabeth II., wiederum erlebt derzeit eine der schlimmsten Krisen ihrer Amtszeit und muss Forderungen aushalten, dass mindestens die Hälfte, wenn nicht die ganze königliche Familie abgeschafft werden soll. Schuld ist ihr zweiter Sohn Prinz Andrew, der sich mit einem peinlichen TV-Interview über seine unlautere Beziehung zu Jeffrey Epstein richtig in die Bredouille geredet hat.

Unter anderem zeigte er kein Mitleid mit den Opfern von Epstein, der sich im August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen hat. Epstein wurde vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben.

Die Zeugin Virginia Giuffre hatte ausgesagt, als 17-Jährige bei drei Gelegenheiten zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden zu sein. Dies wies der Prinz in dem Fernsehinterview kategorisch zurück. Ein Foto aus der Zeit zeigt Prinz Andrew mit Giuffre im Arm, ein anderes zeigt ihn 2008 bei einem Spaziergang mit Epstein - zu einem Zeitpunkt, als dieser bereits wegen Sexualstraftaten verurteilt worden war. Opferanwältin Gloria Allred forderte den Prinzen auf, sich „unverzüglich und ohne Vorbedingungen“ bei den US-Ermittlern zu melden, um zu seinen Verbindungen zu dem verstorbenen Millionär auszusagen.

Die Queen musste eingreifen und ein Machtwort sprechen. Gemeinsam mit Prinz Charles, der in Neuseeland ist, entschied sie, dass der 59-jährige Prinz Andrew in Zukunft keine Aufgaben für die Krone mehr übernehmen und auch kein Gehalt aus dem Budget der Königin mehr bekommen wird. Nur noch private Einkünfte der Monarchin sollen dem Duke of York den Lebensunterhalt sichern. 

Warnung an Meghan und Harry
Britische Medien werten das Machtwort von Queen Elizabeth auch als Fingerzeig in Richtung Meghan und Harry. Die 93-jährige Monarchin und Prinz Charles werden nichts zulassen, was die Monarchie noch weiter gefährdet, heißt es. Also auch keine Alleingänge des Herzogpaars von Sussex.

Ein Insider aus dem Palast schilderte der „Sun“, dass die Queen mit der Abberufung von Prinz Andrew „schnell und entschieden gehandelt und wieder alles unter Kontrolle habe“. Der Skandal um Epstein habe „die Krone bedroht“. Ihre persönlichen Gefühle sollten die Monarchie nicht gefährden.

„Das ist auch eine Warnung an die jüngeren Royals, besonders an Meghan und Harry, dass sie es nicht tolerieren wird, wenn sie nicht auf Linie bleiben“, ist die Quelle sicher. „Sie war über das TV-Interview nicht glücklich und auch nicht darüber, dass sie ständig ihr eigenes Ding durchziehen.“ Sein Tipp: „Die Sussexes sollten nun aufpassen, den Kopf gesenkt halten, in ganz Großbritannien Termine absolvieren und vor allem das tun, was ihnen gesagt wurde.“

Sorge um Prinz Philip
Sorgen bereitet der Queen auch ihr Ehemann: Der 98-jährige Prinz Philip ist kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen. Anfang des Jahres war er in einen Autounfall verwickelt und bat erst verspätet bei den Verletzten um Entschuldigung. Nur wenige Tage später wurde Philip wieder am Steuer eines Geländewagens gesichtet - nicht angeschnallt. Erst nach öffentlichem Druck gab er schließlich den Führerschein ab.

Auch das zermürbende Ringen um den Brexit hat seine Spuren am Königshaus hinterlassen. Als die Queen im September auf Empfehlung von Premier Boris Johnson das Parlament in eine Zwangspause schickte, wurde diese Entscheidung vom Obersten Gericht gekippt. Die Königin mischt sich nie in die Politik ein, doch das war eine Demütigung.

Die Queen bewahrt Haltung
Die Royals haben schon bessere Zeiten gesehen. Die Ereignisse jetzt seien aber nicht mit dem annus horribilis - dem Schreckensjahr 1992 - zu vergleichen, betonte die Sozialhistorikerin Judith Rowbotham von der Universität Plymouth. Damals ließen sich drei der vier Kinder der Queen scheiden oder trennten sich von ihren Partnern: Prinzessin Anne und Mark Phillips, Prinz Andrew und „Fergie“ sowie Prinz Charles und Diana. Im selben Jahr stand Schloss Windsor in Flammen.

Damals wie heute bewahrte die Queen ihre Haltung: eine „stiff upper lip“, eine steife Oberlippe, wie man in Großbritannien sagt. Dass Sohn Andrew seine royalen Aufgaben ruhen lässt, verkündete der Buckingham-Palast ausgerechnet an ihrem 72. Hochzeitstag mit Prinz Philip. Doch auch bei einer Preisverleihung am Mittwochabend in London an den Naturfilmer David Attenborough (93) schien die Queen gut aufgelegt und machte sogar einen Scherz über das hohe Alter.

Nur einmal nahmen die Briten der Queen ihre Haltung übel: als Ex-Schwiegertochter Diana 1997 bei einem Autounfall in Paris starb, gemeinsam mit dem Geliebten. Die Nation versank in Trauer, die Queen schwieg. Ihr wurde Gefühlskälte vorgeworfen. Ihr Ansehen war so ramponiert, dass PR-Strategen das ganze Königshaus modernisierten.

Charles am Thron?
Wie geht es nun weiter mit den Royals? Prinz Andrew signalisierte bereits seine Bereitschaft, nun doch bei den Ermittlungsbehörden in den USA auszusagen. Ob der umstrittene Prinz jemals wieder seine royalen Pflichten ausführen wird? Unwahrscheinlich. Denn Thronfolger Prinz Charles wird nachgesagt, dass er nach dem Tode der Queen ohnehin die Zahl der Repräsentanten des Königshauses reduzieren wird.

Wird die Königin bald Charles den Thron überlassen? Auch unwahrscheinlich. Sie hat stets betont, dass sie ihr ganzes Leben - „sollte es kurz oder lang werden“ - den Untertanen widmet. Doch klar ist auch, dass Biobauer Charles (71) immer mehr ihrer Aufgaben übernimmt und sich vom hochnäsig wirkenden Royal zu einer Art „elder statesman“ entwickelt hat, den die meisten Briten inzwischen mögen.

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