„Unfassbare Frechheit“

Zoff um „Timmy“: Schwere Vorwürfe der Geldgeber

Ausland
03.05.2026 10:22
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Von krone.at

Die spektakuläre Rettung von Buckelwal „Timmy“ sollte ein Erfolg für den Tierschutz werden – doch nach der Freilassung des Tieres schlägt die Stimmung völlig um. Statt Erleichterung dominieren nun massive Vorwürfe, gegenseitige Anschuldigungen und offene Fragen rund um die umstrittene Aktion auf der Nordsee.

Im Zentrum des Streits stehen die Initiatoren der privaten Rettungsmission, Karin Walter-Mommert und Walter Gunz. Die beiden Geldgeber distanzieren sich deutlich von der Art und Weise, wie der Wal letztlich in die Freiheit entlassen wurde – und erheben schwere Vorwürfe gegen die beteiligten Schiffscrews.

Retter distanzieren sich scharf von Freilassung
Wie die deutsche „Bild“ berichtet, liegt ein entsprechendes Schreiben der beiden vor. Darin heißt es wörtlich, man sei an der konkreten Entlassungsaktion „weder beteiligt“ gewesen noch habe man diese „aktiv begleitet“.

Zudem betonen sie: „Etwaige Konsequenzen für nicht abgestimmte Handlungen am und um den Wal haben der Eigner, die Betreiber und […] Personen der Crew der Schiffe Fortuna B und Robin Hood zu tragen.“ Man distanziere sich „ausdrücklich von den Geschehnissen und der Art und Weise, welche zur Aussetzung des Wals führten“.

Der Streit um den Umgang mit dem Buckelwal gerät zunehmend außer Kontrolle – vor allem die Crew ...
Der Streit um den Umgang mit dem Buckelwal gerät zunehmend außer Kontrolle – vor allem die Crew muss sich derzeit viel Kritik gefallen lassen.(Bild: APA/dpa/Philip Dulian)

Vorwürfe: Absprachen missachtet
Auch rund um den Ablauf der Freilassung werden gravierende Vorwürfe laut. Laut Walter-Mommert sei ein zweiter, vom Gesundheitszustand des Wals abhängiger Entlassungsversuch geplant gewesen. Doch entgegen der Absprachen sei am Morgen nur ein einzelner Experte – Jeffrey Foster – zur Barge gebracht worden, während Tierärztinnen zunächst vertröstet worden seien und letztlich gar nicht mehr zum Tier gelangten. Maßnahmen zur Freilassung seien schließlich erfolgt, ohne dass die Medizinerinnen den Wal nochmals untersuchen konnten.

Tierärztin spricht von „unfassbarer Frechheit“
Heftige Kritik kommt auch direkt aus dem medizinischen Team. Wie „Focus Online“ berichtet, zeigte sich Tierärztin Kirsten Tönnies in einem Video-Statement empört: „Es ist eine unfassbare Frechheit, was hier abgeht.“ Sie und ihre Kollegin seien entgegen den Absprachen nicht zur Barge gebracht worden. Zudem habe die Crew längere Zeit mit einem Schlauchboot am Heck des Transportschiffs operiert, was zusätzlichen Stress für das Tier bedeutet habe. „Sie geben keine Informationen. Es ist dort kein Tierarzt vor Ort“, so Tönnies weiter.

Freilassung bleibt ein Rätsel
Unklar bleibt weiterhin, wie genau die Freilassung des Wals ablief. Videoaufnahmen existieren offenbar nicht, auch der genaue Zustand des Tieres ist nach wie vor unbekannt. Zwar sendet der angebrachte Peilsender erste, allerdings nur sporadische Signale, die darauf hindeuten, dass sich der Wal in die richtige Richtung bewegt – ob das Gerät beschädigt wurde, ist jedoch offen.

Verletzungen und Zeitdruck vor Auswilderung
Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch Berichte über den Zustand des Wals vor der Freilassung. Demnach soll „Timmy“ bereits in der Barge in Panik geraten sein und sich dabei Schürfwunden an der Schnauze zugezogen haben. Ursprünglich sei geplant gewesen, dem Tier vor der Auswilderung mehr Zeit zur Erholung zu geben und es nochmals tierärztlich zu untersuchen – dazu kam es offenbar nicht.

Viele offene Fragen bleiben
Während sich die beteiligten Schiffe mittlerweile getrennt haben und wieder unterschiedliche Kurse fahren, bleibt die Wal-Rettung ein Fall voller offener Fragen. Vor allem die fehlende Transparenz über den Ablauf der Freilassung und den aktuellen Zustand des Tieres sorgt für Kritik – und lässt den eigentlich als Erfolg gedachten Einsatz zunehmend wie ein chaotisches Ende erscheinen.

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