19.10.2019 05:01 |

Immer mehr betroffen

Volksseuche Zuckerkrankheit

Das gefährliche Leiden greift um sich. Langsam wird es auch ernst genommen und oft nicht mehr nur als „ein bisschen Zucker“ angesehen. Schließlich sind in Österreich an die 600.000 Menschen daran erkrankt.

Alle 50 Minuten stirbt in Österreich ein Mensch an den Folgen des Diabetes! Das sind heutzutage rund 10.000 Personen pro Jahr. Die meisten dieser Todesfälle kann man auf die Folgen des „Zuckers“, nämlich Herzinfarkt und Schlaganfall, zurückführen. Man sieht: Die Zuckerkrankheit hat sich in den vergangenen 30 Jahren zu einer regelrechten Volksseuche entwickelt, sodass mittlerweile über 10 Prozent der Österreicher, also etwa 600.000 Menschen, daran erkrankt sind! Die allermeisten an Typ-2-Diabetes. Zum Vergleich: 1989 waren es nur 3,5 Prozent. Es handelt sich hier um eine 2,5- bis 3-fache Steigerung. Das zeigt sich natürlich auch in den steigenden Gesundheitskosten. In Mitteleuropa betrug die Erhöhung der Ausgaben für Diabetiker seit dem Jahr 2000 (inflationsbereinigt) 28 Prozent.

Immer mehr Menschen stark übergewichtig
Zu diesen alarmierenden Zahlen kommt es auch, weil die Menschen in den vergangenen Dekaden immer dicker werden! Vor 30 Jahren waren noch 6 Prozent der Bevölkerung hierzulande fettleibig, heute sind es bereits 16-20 Prozent. Von Adipositas schwerwiegend Betroffene mit einigen hundert Kilo Körpergewicht traten ebenfalls erst in den vergangenen Jahren vermehrt auf. Heute steht fest: Übergewicht und Fettleibigkeit sowie Bewegungsmangel fördern die Entstehung des Typ-2-Diabetes. Nach wie vor hat das Leiden jedoch ein „Imageproblem“, gilt als nicht „schick“ und wird selten als schwere Krankheit wahrgenommen. Dabei ist nach derzeitigen Behandlungsmaßstäben, die nicht mehr - wie damals - nur auf eine Symptomreduktion abzielen, vor allem die Eigeninitiative der Betroffenen gefragt. Es muss nicht nur früh in das Krankheitsgeschehen eingegriffen werden, die Maßnahmen sollten vielmehr ein ganzes Leben lang beibehalten werden. Diabetes betrifft nämlich den gesamten Körper, muss also ganzheitlich behandelt werden. Eine Therapie, die auch Lebensstiländerungen miteinschließt, bringt den besten Erfolg.

Dazu gehört neben ausgewogener Ernährung auch regelmäßige Bewegung. Es ist nämlich möglich, dem Diabetes geradewegs „davonzulaufen“. Wer körperlich aktiv bleibt, greift übrigens vielfach automatisch zu gesünderen Nahrungsmitteln. Weiterer Pluspunkt: Sport, vor allem in der freien Natur, trägt zur Entspannung bei und tut auch der Seele gut. Schließlich weiß man heute, dass die Psyche durch Diabetes stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Oftmals gehen mit dieser Krankheit Depressionen einher.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen