15.07.2019 09:59 |

Countdown läuft

Support-Aus für Windows 7 rückt näher

Mit Windows 7 verlässt in einem halben Jahr ein weiterer Dinosaurier die Bühne der digitalen Welt. Ab dem 14. Jänner 2020 stellt Microsoft den Support für das Betriebssystem ein. Dann wird es keine Software- oder Sicherheits-Updates mehr geben. Nutzer, die weiter an dem betagten System festhalten, riskieren dabei, sich ungeschützt Cyber-Angriffen und Schadsoftware auszusetzen.

Für aufgeregten Wirbel wie beim Support-Ende von Windows XP vor fünf Jahren dürfte das Aus für Windows 7 zwar eher nicht mehr sorgen. Sicherheitsexperten raten aber auch in diesem Fall dringend davon ab, das betagte Betriebssystem weiter zu nutzen. Microsoft rät, sich schon jetzt auf einen Systemwechsel vorzubereiten und gibt Tipps für den Umstieg auf das aktuelle Windows 10. Das sei ohnehin das „sicherste Windows aller Zeiten“, stellt das Unternehmen heraus.

Dass die Microsoft-Anwender so zögerlich auf das neue System umsteigen, hat auch mit Geld zu tun. Im Gegensatz zum Wettbewerber Apple, der seit Jahren seine neuen macOS-Versionen kostenlos verteilt, verlangt Microsoft Geld, um auf dem neusten Stand zu bleiben. Zwar hatte Microsoft nach dem Marktstart von Windows 10 das Upgrade von Windows 7 und 8 für geraume Zeit kostenlos ins Netz gestellt. Dieses Angebot ist allerdings seit zwei Jahren ausgelaufen. Seither bietet Microsoft das System ab rund 145 Euro zum Herunterladen an.

„Frühzeitig umsteigen, um Risiken zu minimieren“
Für allzu große Aufregung sollte - anders als bei Windows XP - das Aus von Windows 7 jedoch nicht sorgen. „Unsere Kunden haben aus der Situation bei Windows XP gelernt“, sagt Sabine Bendiek, Chefin von Microsoft Deutschland. „Wer sich frühzeitig mit dem Umstieg beschäftigt, minimiert Risiken und Kosten und profitiert von aktuellen Sicherheitsfunktionen und Innovationen.“

Damals nutzten nicht nur viele sorglose private Nutzer, sondern auch viele Unternehmen das betagte XP noch weit über das Support-Ende hinaus. In vielen Betrieben konnten alte Programme nur mit dem veralteten Betriebssystem am Laufen gehalten werden. Auch in Geldautomaten steckte oft noch XP und hielt die Sicherheitsexperten damals auf Trab. Heute erwarten die großen Analysten-Häuser vielmehr einen Schub für den Absatz neuer Computer. Auch das Sicherheitsbewusstsein der Nutzer dürfte merklich gestiegen sein.

Windows 7 noch auf jedem vierten Rechner
Microsofts Windows ist auch in Österreich mit knapp 42 Prozent das mit Abstand meistverbreitete Betriebssystem auf Desktop-Rechnern und Notebooks. Aktuell ist der 10-jährige Oldtimer Windows 7 noch auf jedem vierten Desktop-PC aktiv (25,23 Prozent), das aktuelle Windows 10 nutzen unterdessen laut statcounter.com zwei Drittel der Windows-Nutzer (67 Prozent).

Reaktion auf Vista-Misserfolg
Microsoft hatte Windows 7 am 22. Oktober 2009 als Nachfolger des erfolglosen Windows Vista auf den Markt gebracht. Damals sah die digitale Welt noch etwas anders aus als heute: Das iPhone, das die Ära der Smartphones einläutete, war damals erst zwei Jahre alt. 2009 brachte dann auch Google sein erstes Android-Smartphone „G1“ auf den Markt.

Bereits im Jänner 2009 bewarb der einstige Microsoft-Chef Steve Ballmer zur Eröffnung der Consumer Electronics Show in Las Vegas eine erste Beta-Version von Windows 7 - zu sehr saß der Misserfolg von Vista dem Konzern im Nacken. Auch der Nachfolger Windows 8 kam mit Startschwierigkeiten und überzeugte viele Nutzer nicht. Vor allem in vielen Unternehmen dürfte deshalb Windows 7 noch bis heute im Einsatz sein.

Heute hat Microsoft mit seiner aktuellen Version Windows 10 wieder eine solide Software-Basis geschaffen, die Flops Vista und Windows 8 sind längst Geschichte. Nur wenige Wochen nach dem Verkaufsstart war das System laut Microsoft bereits über 100 Millionen Mal heruntergeladen worden. Demnach entdeckte auch Unternehmenskunden das System. Laut Microsoft ist es inzwischen auf 800 Millionen Geräten weltweit installiert.

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