30.04.2019 08:24 |

Preiskampf tobt

AUA rutschte im Winter tief in die roten Zahlen

Die AUA ist wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal 2019 von Jänner bis März schrieb die österreichische Lufthansa-Tochter einen operativen Verlust von 99 Millionen Euro, das ist ein um 26 Millionen Euro höherer Verlust als im Winterquartal 2018. In den vergangenen fünf Jahren gab es für die AUA keinen schlechteren Jahresauftakt.

AUA-Finanzvorstand Wolfgang Jani erklärte das Jahr 2019 zu einem Jahr des Umbruchs. Den Gewinn des Vorjahres von 83 Millionen Euro wird die AUA heuer nicht mehr erreichen, wie Jani vor österreichischen Journalisten im kanadischen Montreal sagte. Das Ziel für heuer sei, in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Der Manager geht davon aus, dass das zweite und dritte Quartal wieder besser laufen.

Preiskampf mit Billig-Airlines
Die neuerlichen Turbulenzen der AUA hängen mit der Pleite der einstigen Niki-Mutter Air Berlin zusammen. Nach den Insolvenzen haben mehrere Billigflieger versucht, in Wien das Erbe anzutreten. Die Folge ist ein Preiskampf zwischen der AUA und einer Handvoll Billigfluglinien wie Laudamotion, Level, EasyJet, Vueling und Wizz Air.

Wir halten voll dagegen“
Die AUA versucht derzeit mit Kampfpreisen die Konkurrenz aus Wien zu vertreiben. „Wir halten voll dagegen, bis es zu einer Marktbereinigung kommt“ - so lange wie erforderlich, auch wenn der Gewinn darunter leide, sagte Jani. Die Strategie zeigt bereits Wirkung, einzelne Strecken seien schon wieder aufgegeben worden und Ankündigungen nicht umgesetzt worden.

Der Preiskampf lässt sich auch am Umsatz ablesen. Die Gesamterlöse der AUA gingen um drei Prozent auf 404 Millionen Euro zurück, obwohl die Zahl der Passagiere um sieben Prozent auf 2,7 Millionen Fluggäste stieg. Zugleich stiegen die betrieblichen Aufwendungen wegen höherer Kerosin- und Wartungskosten um drei Prozent auf 502 Millionen Euro.

Der Preiskampf betrifft nur Flüge innerhalb Europas. Die AUA sucht deshalb auch ihr Heil in neuen Langstreckendestinationen. Am Montag nahm die Airline Flüge nach Montreal auf. Im Interkontinentalverkehr sei der Preisdruck deutlich schwächer, sagte Jani. Hier sei es gelungen, höhere Preise durchzusetzen.

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