Kampf ums Netz

„Internetspionage“: Iranischer Minister angezeigt

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25.02.2019 10:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die iranische Staatsanwaltschaft hat wegen angeblicher „Internetspionage“ Anzeige gegen Kommunikationsminister Mohamed Javad Azari Jahromi erstattet. Das gab am Sonntag der Vizechef der Abteilung für Internetkriminalität in der Justizbehörde bekannt.

„Es gab mehrere Anweisungen und Warnungen an den Minister im Zusammenhang mit den Anordnungen der Justiz über bessere Internetkontrollen, die er aber nicht befolgt hat“, sagte Javad Javidnia nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Die ignorante Haltung des Ministers habe den Feinden des Irans ermöglicht, Daten aus dem Land für politische Ziele zu missbrauchen. Dies sei laut Javidnia gleichzusetzen mit „Internetspionage“.

Für Beobachter sind die Spionagevorwürfe gegen den Minister ein erneuter Versuch der Hardliner, den aktuellen Reformkurs zu schwächen, um nach sechs Jahren selbst wieder an die Macht zu kommen.

Jahromi ist mit 37 Jahren nicht nur der jüngste, sondern auch der beliebteste Minister im Kabinett von Präsident Hassan Rouhani. Beliebt wurde Jahromi vor allem, weil er sich seit seinem Amtsantritt in August 2017 vehement für mehr Internetfreiheiten im Iran einsetzte und die Einschränkungen seitens der Justiz stets kritisierte.

„Was soll das jetzt?“
„Nun haben wir nach langer Zeit mal einen fähigen jungen Minister, der auch für die Bürger da ist, und genau gegen den wird nun eine Anzeige erstattet ... was soll das jetzt“, kritisierte Präsident Hassan Rouhani am Montag die Staatsanwaltschaft.
Jahromi werde weiter seiner Arbeit nachgehen und nicht auf „absurde Anweisungen“ der Justiz im Zusammenhang mit dem Internet achten, sagte der Präsident.

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