Sa, 17. November 2018

Projekt gescheitert

04.09.2018 07:50

Microsoft stellt „Deutsche Cloud“ ein

Microsoft hat sein Angebot einer deutschen Treuhänder-Cloud endgültig zum Auslaufmodell erklärt. „Die Anforderungen der Kunden haben sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch geändert“, sagte Microsoft-Manager Markus Nitschke. „Die Kunden wollen die volle Funktionalität - vielleicht nicht gleich am ersten Tag.“

Der Softwarekonzern hatte Ende 2015 infolge der NSA-Affäre den Service einer „deutsche Cloud“ aufgebaut. Dabei fungierte die Deutsche Telekom als Treuhänder, sodass Microsoft selbst in der Regel keinerlei Zugriff auf die Daten der Kunden hatte. Das Unternehmen hätte auch bei Forderungen amerikanischer Behörden somit keine Daten aushändigen können.

Das Angebot einer deutschen Cloud sei zunächst attraktiv gewesen, viele Kunden hätten dann aber wegen der Beschränkungen mehr Interesse an einer allgemeinen, internationalen Cloud gehabt, sagte Nitschke der dpa am Montag. Das Treuhänder-Angebot gemeinsam mit der Deutschen Telekom stellt Microsoft deshalb komplett ein.

Die Telekom will die sichere Cloud-Lösung für Bestandskunden in Deutschland indes weiter managen. Über zwei weitere Rechenzentren in Frankfurt und Berlin sollen die Cloud-Angebote künftig an das internationale Netzwerk angeschlossen sein und den vollen Funktionsumfang bieten. Die Daten verbleiben auch dort in Deutschland.

„Wir geben keine Daten unserer Kunden heraus“
Microsoft hatte in einem viel beachteten Verfahren versucht, der US-Regierung den Zugang zu in Irland gespeicherten E-Mails zu verweigern. Der Fall landete vor dem Obersten Gerichtshof, der den Fall aber zu den Akten legte. Die Richter verwiesen darauf, dass es aus ihrer Sicht mit dem neuen „Cloud Act“ keinen Konflikt mehr gibt.

Das Ende März in Kraft getretene Gesetz sieht vor, dass amerikanische Online-Firmen US-Ermittlungsbehörden grundsätzlich Zugang zu Daten eigener Bürger gewähren müssen, auch wenn sie außerhalb der USA gespeichert sind. Zugleich können sich die Firmen dagegen wehren, wenn es um Bürger anderer Länder geht oder dadurch Gesetze anderer Staaten verletzt würden. „Diese Verpflichtung trifft für uns weiter zu“, sagte Nitschke. „Wir geben keine Daten unserer Kunden heraus.“

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