Di, 17. Juli 2018

Thema Erziehung

09.07.2018 08:00

Sommerferien: Viel Zeit und nur noch Langeweile?

Neun Wochen Sommerferien! Was für Kinder ein Grund zum Jubeln ist, stellt Eltern vor eine Herausforderung. Wie Ferien gut gelingen.

Viel Zeit und dadurch auch Langeweile? „Ferien als Auszeit aus dem Korsett des schulischen Alltags sind eine große Chance für Kinder und Jugendliche, sich selbst neu kennenzulernen. Dabei kann das ziellose Treibenlassen zu Kreativität und gleichzeitig Erholung führen“, erklärt Psychologin Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin der möwe Kinderschutzzentren. Gerade Jugendliche sind oft verloren und ungehalten nervös, wenn kein WLAN-Zugang vorhanden ist. Eine mediale Auszeit kann jedoch ungewohnte und „altmodische“ Formen der Kommunikation mit Freunden ermöglichen. Planen Sie deshalb auch medienfreie Zeiten ein. Apropos Zeit, gemeinsame Zeit ist DIE Mangelware unseres modernen Arbeits- und Schulalltags - das Einander-Zeit-Schenken wird in den Ferien zum kostbaren Erlebnisgut.

Freizeitgestaltung, dem Alter angemessen
Planen Sie gemeinsam vorab, da vor allem Jugendliche gemeinsame Aktivitäten oder Feriencamps gerne boykottieren. Andererseits ist es auch notwendig, klare Vorgaben zu machen, die der momentanen Entwicklung des Kindes entsprechen. Bei Ferienlagern, in denen der Nachwuchs eine Woche oder länger weg ist, appelliert Wölfl: „Nehmen Sie Ihr Kind ernst, wenn es heim will - wenn es sagt, dass es ihm nicht gut geht.“

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Mein Sohn (4) könnte im Sommer in die Sammelgruppe im Kindergarten. Meine Schwiegermutter bietet an, ihn stattdessen bei sich zu betreuen. Fällt dann der Start im Herbst nicht wieder schwerer?

Sie haben recht, es könnte durchaus sein, dass Ihr Sohn dann im Herbst ein bisschen länger braucht, um sich an den Kindergartenalltag zu gewöhnen. Ebenso, dass eine Art neuerliche Eingewöhnung notwendig ist. Trotzdem spricht viel für eine Pause im Sommer. Denn so ein Kindergartentag ist für den Nachwuchs nicht nur Spiel und Spaß, sondern auch „Arbeit“. Denn überspitzt formuliert, ist ein „Kiga“-Alltag auch ein Lern-Alltag, weil Kinder voneinander im täglichen Zusammenspiel lernen. Und sie brauchen Zeit, um all das, was sie erleben und erlernen, zu verarbeiten und „setzen zu lassen“. Damit es später nicht zu einer Reizüberflutung und Überforderung kommt, ist ein gelegentlicher Rückzug und Erholung immens wichtig. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, so ein Kindergartentag fühlt sich für unsere Kleinen oft wie für uns ein harter Arbeitstag an. Die Gefahr eines „Burn-outs“ ist auch hier gegeben. Daher gönnen Sie Ihrem Buben doch, wenn möglich, während der Sommerferien auch eine kindergartenfreie Oma-Auszeit.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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