Heikle Fracht

Dachboxen im Test: Keine ist "sehr gut"!

Motor
19.11.2009 11:06
Mit den Skiern am Autodach geht es ab in den Winterurlaub - welche Dachboxen sind nun aber gut für den Transport geeignet? "Es gibt weder ein Produkt, vor dem dringend abzuraten ist, noch einen herausragenden Sieger", lautet das Resultat eines entsprechenden Tests des Autofahrerklubs ÖAMTC. Allerdings seien höherpreisige Produkte besser verarbeitet und würden mit durchdachten Detaillösungen punkten - unhinterfragt besser als günstige Produkte seien sie deshalb aber nicht.
(Bild: kmm)

Untersucht wurden acht Modelle mit einem Fassungsvermögen zwischen 300 und 520 Litern der Preisklasse 165 bis 360 Euro. Das Ergebnis: "Sehr gut" gab es keines. Vier Boxen - Thule Pacific 600, Kamei Delphin 340 K, Atera Carver II 440, ATU Jetbag 450 Allround - wurden mit "Gut" beurteilt. Ein "Befriedigend" gab es für Neumann Whale 520, Thule Ranger 500 und Hapro Roady 450. Lediglich ein "genügend" erreichte MontBlanc Vista 380. Getestet wurde in extremen Fahrsituationen bei voller Beladung; in Einzeltests wurden Dichtheit bei Regen, Verarbeitung und Handling untersucht.

Wer auf Diebstahlsicherheit Wert legt: Die Boxen von Neumann, Hapro und MontBlanc verfügen laut dem ÖAMTC über recht robuste Metallverschlüsse, die anderen Testmodelle sind durch Kunststoffverschlüsse gesichert. Vor dem Kauf sollte man testen, ob das Modell "den persönlichen Ansprüchen" wie z. B. bei den Verschlüssen und bei der Größe gerecht wird.

Achillesferse Ladungssicherung
Das Thema Ladungssicherung ist die Schwachstelle bei allen getesteten Dachboxen. Reicht es für den normalen Fahrzustand aus, so kann es bei harter Belastung wie Vollbremsungen oder Ausweichmanövern zu bösen Überraschungen kommen.

Nur die Whale von Neumann fällt hier im Extremtest positiv auf, da sehr hochwertige Gurte mit Metallschloss mitgeliefert werden. Allerdings sind die Kunststoffösen der Box bei höheren Belastungen überfordert und reißen aus. Diese Schwäche zeigt sich – bis auf die Atera mit ihren vernieteten Metallösen – bei allen getesteten Modellen.

Bei der Mont Blanc durchtrennt die scharfe Kante der Befestigung beim Crashversuch sogar den Gurt. Die Kamei Delphin 340 K, die eigentlich ein gutes Gesamterscheinungsbild liefert, versagt im Crashtest mit ihren billig wirkenden Spanngurten und Kunststoffschlössern. Und Hapro Roady hat keine Spanngurte in der Serienausstattung – das bedeutet die rote Laterne beim Ladungssicherungstest. Der ÖAMTC warnt: "Ohne stabile Spanngurte zur Fixierung des Inhalts der Dachbox kann das Ladegut in einer kritischen Fahrsituation zur Gefahr werden." Deshalb empfiehlt es sich, die Grundausstattung einer Box eventuell durch hochwertige Gurte eines anderen Herstellers zu ergänzen.

Note: Gut

  • Thule Pacific 600: Gute Verarbeitung und Handhabung sowie geringes Gewicht.
  • Kamei Delphin 340K: In jeder Fahrsituation stabil. Jedoch viel Schraubarbeit bei der Montage.
  • Atera Carver II 440: Sehr gut verarbeitet und beidseitig beladbar. Schwächen beim Halt am Dach.
  • ATU Jetbag 450: Gutes Ergebnis bei den Fahrdynamikprüfungen, aber aufwendige Montage

Note: Befriedigend

  • Ein "Befriedigend" gab es für die Neumann Whale, bei der die schwache Zurrgurtbefestigung hervorsticht.
  • Thule Ranger 500: Fehlende Wasserdichte
  • Hapro Roady 450: Schwächen bei der Handhabung

Note: Genügend

  • Lediglich ein "genügend" erreicht die Mont Blanc Vista 380, vor allem wegen der schlechten Crashsicherheit.
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(Bild: kmm)



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