07.05.2018 07:04 |

Radaranalyse zeigt:

Keine verborgenen Kammern in Grab von Tutanchamun

Das Grabmal des Kindkönigs Tutanchamun birgt nach Angaben des ägyptischen Altertümerministeriums keine bisher unbekannten Grabkammern. Neue Radaranalysen hätten die These von zwei weiteren Grabkammern nahe der letzten Ruhestätte des berühmten Pharaos widerlegt, teilte das Ministerium am Sonntag mit.

Vor zwei Jahren war nach vorläufiger Auswertung anderer Radaranalysen die Existenz von zwei versteckten Räumen hinter der Grabkammer von Tutanchamun vermutet worden. Erste Analysen nährten Vermutungen, dass Nofretete, die Gemahlin von Tutanchamuns Vater, Pharao Echnaton, in einer Grabkammer in Tutanchamuns Grabanlage beigesetzt wurde.

Neue Radaranalyse widerlegt These
Die These wird von dem renommierten britischen Archäologen Nicholas Reeves vertreten, der die Radaranalysen mit vorangetrieben hatte. Erste, vielversprechende Radaraufnahmen des japanischen Experten Hirokatsu Watanabe (Bild unten) wurden bei nachfolgenden Scans nicht bestätigt. Neue Radaruntersuchungen eines italienischen Teams unter Leitung von Francesco Porcelli von der Polytechnischen Universität in Turin, die Anfang Februar gestartet wurden, haben Reeves These aber nun widerlegt.

Gebeine von Nofretete nie gefunden
Die Gebeine der für ihre Schönheit gerühmten Königin Nofretete wurden nie gefunden. Ihre weltberühmte Büste ist in Berlin ausgestellt. Nofretete spielte als Herrschergemahlin eine einflussreiche Rolle. Sie unterstützte ihren Mann Echnaton, als dieser Ägypten zeitweise zu einem monotheistischen Land machte, in dem der Sonnengott Aton angebetet wurde.

Tutanchamun war nach neunjähriger Herrschaft im Jahr 1324 vor Christus im Alter von 19 Jahren gestorben. Sein Grabmal befindet sich im Tal der Könige in der Nähe von Luxor im Süden Ägyptens. Es wurde 1922 von dem britischen Archäologen Howard Carter entdeckt. Anders als viele andere Pharaonengräber war es nicht bereits ausgeplündert, sondern enthielt mehr als 5000 intakte Objekte, viele davon aus Gold.

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