100 % Windenergie

SPÖ sieht Ziel der Stromautarkie in Gefahr

Burgenland
11.03.2009 15:51
Ihre Forderung nach höheren Einspeistarifen für Alternativenergie hat am Mittwoch die SPÖ Burgenland erneuert. Mit der im Februar von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) verlautbarten neuen Ökostrom-Verordnung komme es zu "massiven Verschlechterungen bei den Einspeistarifen", erklärte Klubobmann Christian Illedits. Betroffen davon sei auch die Windkraft. "Mit dieser Ökostrom-Verordnung ist unser Ziel, das Burgenland bis 2013 stromautark zu machen, massiv gefährdet", sagte Illedits.

Damit würde man auch einen wichtigen Arbeitsplatzmotor der Zukunft im Bereich alternative und erneuerbare Energie abwürgen. Man fordere deshalb bessere Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie. Am Donnerstag befasst sich der Landtag mit einem von der SPÖ eingebrachten Entschließungsantrag zum Thema.

In Österreich sei der Einspeistarif für Windenergie von 7,65 Cent pro kW/h im Jahr 2006 auf 7,53 Cent im Jahr 2009 gefallen. In Deutschland liege der Tarif bei 9,10 Cent pro kW/h. "Dort wollen wir hin", meinte Illedits.

Ziel: 100 Prozent des Strombedarfs aus Windkraft
Aufgrund der derzeitigen Entwicklung sei das Windrad betriebswirtschaftlich nicht zu finanzieren. "Hätten wir die Einspeistarife wie zum Beispiel in der Bundesrepublik Deutschland, hätten wir die besten Chancen, dass wir in den nächsten fünf Jahren 100 Prozent unseres Strombedarfes aus Windkraft abdecken", so Landeshauptmann Hans Niessl.

Forderung nach höherem Einspeistarif
Weder BEWAG (Burgenländische Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft) noch Private könnten es momentan verantworten, Windräder aufzustellen und einen Strompreis zu erhalten, der so niedrig sei, dass die Investitionen sich nicht rechnen würden. Man fordere deshalb einen höheren Einspeistarif, damit die erneuerbare Energie und vor allem die Windkraft wieder ausgebaut werden können, so Niessl.

Derzeit sei man dabei, Studien zum Thema Windkraftausbau zu überarbeiten. Dabei sollen auch Verbotszonen, die "sehr oberflächlich" untersucht worden seien, nochmals betrachtet werden im Hinblick auf die Möglichkeit, weitere Windkraftanlagen aufzustellen.

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