Di, 23. Oktober 2018

Böse Raubkopierer

19.12.2003 12:37

Kampagne kriminalisiert Film-Downloader

Grindige Häfenbrüder reiben sich die Hände und freuen sich auf „Frischfleisch“: „Liebe Raubkopierer wir freuen uns auf euch!“ – grinsen sie von deutschen Plakatwänden. Eine brutale Kampagne soll Film-Kopierern Angst machen.
Immer mehr Internet-User laden sich aktuelleKinofilme illegal aus dem Internet herunter, und sparen sich soKino-Karten und können die neuesten Blockbuster oft schonin DVD-Qualität genießen, bevor sie überhauptüber die Kinoleinwände flimmern. Die Deutsche Filmwirtschaftschlägt Alarm: Die Raubkopierer fügen der FilmindustrieMillionenschäden zu und gefährden Arbeitsplätze.
 
Allein von Januar bis August 2003 haben 5,1 MillionenDeutsche ca. 30,3 Millionen CDs oder DVDs mit Spielfilmen gebrannt.Zum Vergleich - in 2002 waren es insgesamt "noch" ca. 27 MillionenFilme. Der dadurch entstandene Schaden geht in die Millionen.Nach Berechnungen belaufen sich die Einbußen allein für2002 auf ca. 800 Millionen Euro.
 
Mit einer drastischen Kampagne, in der Raubkopiererals "Verbrecher" dargestellt werden, soll das Unrechtsbewusstseinbei den Film-"Saugern" geschärft werden. Schließlichkönnen Raubkopierer nach den neuen Urheberrechtsgesetzenfür bis zu 5 Jahre hinter Gitter. Anbetrachts der Tatsache,dass geschätzte 5 Millionen Bundesbürger das Internetals Gratis-Videothek nützen, scheint der Kampf mit gesetzlichenMitteln fast ausweglos.
 
Daher soll die Kampagne, die auf Plakaten und inKinos laufen soll, die Brenner-Generation mit den möglichenrechtlichen Folgen zu konfrontieren und "wachzurütteln".Raubkopierer halten den Vorwürfen der Filmindustrie in Forenentgegen, dass Filme im Kino so attraktiv sein müssen - wieetwa "Matrix" oder "Herr der Ringe", sodass man sie im Kino sehenwill. Außerdem sei der Schaden bei weitem nicht so großwie errechnet, da Raubkopierer die meisten Filme, die sie ausdem Internet laden, sowieso nicht im Kino angesehen hätten.

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