Dankesgeste
Tschad begnadigt verurteilte Franzosen
Der Präsident von Arche de Zoé, Eric Breteau, ist bereits am Montagabend zusammen mit seiner Mitarbeiterin Emilie Lelouch aus dem Gefängnis im französischen Fresnes entlassen worden, wie Justizkreise mitteilten.
Die Arche-de-Zoé-Mitarbeiter hatten im Oktober versucht, 103 Kinder aus dem Tschad auszufliegen. Sie waren nach eigenen Angaben davon ausgegangen, dass es sich um Waisen aus der sudanesischen Krisenprovinz Darfur handelt. Überprüfungen zeigten aber, dass die Kinder fast alle aus dem Tschad stammen und Angehörige haben.
Durch ein Abkommen zwischen Frankreich und dem Tschad wurden die Franzosen nach der Verurteilung in ihr Heimatland überstellt und mussten seither die Haftstrafen dort verbüßen. Paris hatte sich um ihre Begnadigung bemüht, die nur durch den Tschad ausgesprochen werden konnte. Eine Bedingung dafür war eine Schadenersatzzahlung in Millionenhöhe an die Familien der Kinder.
Zuvor bereits Arbeitslager in Haftstrafe umgewandelt
Der Oberste Juristische Rat im Tschad hatte am Freitag die Begnadigung der sechs Mitarbeiter der Hilfsorganisation "L'Arche de Zoé" empfohlen. Wegen einer bilateralen Vereinbarung durften sie die in Haft umgewandelte acht Jahre Arbeitslager in einem französischen Gefängnis absitzen. Frankreich hatte die Regierung des Tschad kürzlich im Kampf gegen Rebellen unterstützt. Die nun ausgesprochene Begnadigung der Franzosen dürfte daher auch als Dankesgeste an die französische Regierung gesehen werden.







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