Die Preise für Tablet-PCs und Subnotebooks sind in den letzten Monaten - wie für sämtliche Computerhardware - steil nach unten gerasselt und die Geräte damit plötzlich auch für Privatanwender attraktiv geworden. Subnotebooks sind zwar immer noch „sauteuer“ - für einen Elf-Zoll-Winzling kann man noch immer bis zu 4000,- Euro ausgeben - es hat aber fast jeder Hersteller schon ein Einsteigermodell für etwas mehr als tausend Euro bzw. ein Mittelklassemodell für rund 1.500,- Euro im Programm. Bei den Zwölf-Zoll-Modellen ist man sogar schon unter tausend Euro mit dabei.
Bei Tablet-PCs ist es ähnlich bzw. es kommt hier auf den Hersteller an. HP bietet Tablets schon ab knapp unter 1.000 Euro an, Fujitsu Siemens und Asus beginnen bei 1.500. Wer ein Tablet der Pioniere Toshiba oder Lenovo möchte, ist erst ab mindestens 1.800 dabei.
Dass die Alternativen zu den Notebooks in Normalgrößen im heurigen Weihnachtsgeschäft den einen oder anderen Privatkunden anlocken werden, ist somit unbestritten. Denn die ursprünglich als Business-Geräte betitelten Tablets und Subnotebooks können auch im Alltag eines Multimediamenschen nützlich sein und gerade dann, wenn sie als Zweitrechner zu einem Desktop-PC angeschafft werden, mit ihren Eigenschaften benutzen. Hier die Eindrücke unserer Alltagsanalysen:
Tablet-PCs im Alltag, im Bett, auf der Couch...
Das krone.at-Testgerät für diese Kategorie war ein Lenovo Thinkpad X60 aus der oberen Preisklasse, das wir drei Wochen lang für Alltagsaufgaben eingesetzt haben. Das Thinkpad ist ein vollwertiger Laptop mit 12-Zoll-Display im 4:3-Format, allerdings ohne DVD-Laufwerk. Im Tablet-Modus bedient man das Gerät mit einem Touchpen und der Unterstützung einiger Schnellzugriffstasten am Displayrand.
Wer mit Touchscreens bisher nur beim ÖBB-Fahrkartenautomaten zu tun hatte, wo man ja nur auf aktive Felder drückt, wird beim Tablet-PC überrascht sein. Man arbeitet nämlich nach wie vor mit dem Mauszeiger, der mit dem Touchpen übers Display gezogen werden muss. Schrifterkennung beim Tippen ist möglich, mit der Displaytastatur geht das allerdings meistens schneller.
Und so steht man die ersten Tage vor einem Rätsel und weiß nicht so recht, wann es nun sinnvoll sein kann, das Display zu drehen und in den Tablet-Modus zu wechseln. In einer Excel-Tabelle definitiv nicht, bei einem Word-Dokument auch nicht. Seine Stärken im Alltag zeigt das Tablet unterwegs und in komfortablen Sitzpositionen. Internetsurfen am Sofa und Zeitunglesen im Internet wird mit dem Tablet zum Genuss. Wenn man eine entsprechende Sammlung an Bookmarks hat, und die URLs nicht eintippen muss, ist es noch besser. In gefüllten Zügen kann ein Tablet mit mobilem Internetzugang ein guter Weggefährte sein, wenn man während der Reise Videos gucken möchte, Onlinemagazine durchstöbert oder auf Amazon virtuelles Windowshopping betreibt. Man hält den Tablet-PC, der im Fall von Lenovos Thinkpad etwas weniger wiegt als ein normaler Laptop, ja nicht anders, wie ein Buch oder ein Magazin. Die gebückte Haltung mit dem Notebook am Schoß, die bei einer längeren Zugfahrt definitiv „ins Kreuz geht“, entfällt.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist das Arbeiten im Stehen. Mit einem normalen Laptop ist es fast nicht möglich, durch einen Raum mit Menschen zu gehen und ihnen Bilder auf dem Display zu zeigen, ohne in Gefahr zu laufen, dass der Laptop auf dem Arm aus dem Gleichgewicht gerät. Beim Tablet-PC sieht es sogar richtig gut aus. Was bei Tablet-PCs ebenfalls größere Flexibilität in Sachen Arbeitsposition ermöglicht, ist das klappbare Display, das sich um bis zu 180 Grad nach hinten klappen lässt. In der „Bettposition“ (liegend, die Knie aufgestellt, das Notebook rastet auf den Oberschenkeln) erhält man dadurch eine bessere Sicht auf das Display, das bei normalen Notebooks in der Regel nur 120 Grad nach gekippt werden kann.
Als primäres Arbeitsgerät ist ein Tablet-PC jedoch selten geeignet. Zu klein sind die Displays, die Innereien selten auf grafisch aufwendige Anforderungen wie Computergames abgestimmt. Bei der Auswahl an Modellen wird man mittlerweile reichlich bedient. Die nur auf Business-Einsatz für Lagerarbeiter, Mediziner oder auch Tontechniker, die mit dem Tablet vom Publikum aus via WLAN Einstellungen an einer Audioanlage vornehmen, gemünzten Geräte erkennt man häufig gleich daran, dass sie kein optisches Laufwerk haben. Wer sich ein Notebook als Zweitgerät zulegt, um in der Wohnung mit eigenem Drahtlosnetzwerk ungebunden zu sein, wer viel und gerne online liest und seinen Laptop auch ins Bett und in den Zug mitnimmt, sollte einen Blick auf ein Tablet werfen.
Subnotebook - klein und „oho“
Der Mythos vom unzureichend ausgestatteten Mini-Laptop lässt sich mit der neuesten Generation an Subnotebooks nicht mehr aufrecht erhalten. Im Test mit einem Gerät aus der neuen Sony-TZ-Serie offenbart das kleine Arbeitstier mit dem Elf-Zoll-Display im Widescreenformat ungeahnte Qualitäten. Durch die neuen Core-2-Duo-Prozessoren sind auch die Mini-Laptops mit allem, was das Herz begehrt ausgestattet und können im Multimediabereich überall mithalten. Videoschnitt, Audioaufnahme mit externem Interface und das eine oder andere Game, das nicht gerade zwei Grafikkarten im Verbund als Systemvoraussetzung vorgibt, sind machbar.
Ein Subnotebook als Desktop-Ersatzgerät zu benutzen ist durchaus vorstellbar. Mit einem externen Display und drahtlos verbundenen Eingabegeräten merkt man gar nicht mehr, dass man eigentlich auf einem Notebook arbeitet. Das einzige Manko stellt der bei den kleinen Modellen fehlende DVI-Anschluss dar. Manche Zwölf-Zoll-Geräte bieten aber bereits einen HDMI-Ausgang.
In anderen Fällen bieten die Subnotebooks praktischere Features, als gleich teure Notebooks in Normalgröße. Sony und Fujitu Siemens verbauen auch in preiswertige Geräte schon UMTS/HSDPA-Module, die das in Österreich gerade boomende Mobilinternet lückenlos ins Notebook integrieren. Bei fast allen Subnotebooks ist die eingebaute Webcam derzeit Standard. Der neueste Brüller sind integrierte DVB-T-Empfänger, mit denen die handlichen Computer zu echten Desktop-PC-Killern werden. Viel mehr Argumente braucht man da wohl nicht.
Eee PC - die Zukunft?
Mit dem kommenden „Eee PC“ hat sich der Hersteller Asus gleich eine eigene Kategorie geschaffen. Die sieben Zoll kleinen Geräte, die in eine Handtasche oder sogar in die Außentasche eines Herrenblazers passen würden, sind sowohl in Sachen Ausstattung als auch bei der Software mit „normalen“ Notebooks nicht zu vergleichen.
Für knapp 300 Euro bekommt man ein auf Linux basierendes Notebook mit vier Gigabyte Flashspeicher, 512 MB RAM und Intel-Celeron-Prozessorarchitektur. Als Office-Lösung steht somit nur das freie Open Office zur Verfügung, auf der Multimediaschiene gibt‘s von Firefox über sämtliche Mediaplayer bis hin zu Skype aber alles, was man braucht. Ein optisches Laufwerk ist nicht vorhanden, Kartensteckplatz gibt es bis auf einen SD-Slot, mit dem man theoretisch acht Gigabyte mehr Speicherplatz schaffen könnte, auch keinen. Dafür sind WLAN, Ethernet, drei Stück USB und eine Webcam mit an Bord.
Der Einsatzzweck des Eee PC ist somit stark vordefiniert. Man wird ihn nur zum Internetsurfen und zum E-Mailen benutzen können. In den ersten Testberichten zeigen sich die Tester von Software und Verarbeitung überzeugt. Bemängelt wird eigentlich nur das kleine Display, das gerade beim Surfen für Nachteile („Scroll-Wahnsinn“) sorgen soll. Symptomatisch für jeden Testbericht ist, dass auf die bald erscheinende Windows-Version und eine geplante 10-Zoll-Version hingewiesen wird. So richtig zufrieden war also keiner.
Im Alltag wird sich der Eee PC nur als Dritt-PC oder als abgespecktes Subnotebook für die Internet-only-Nutzung durchsetzen - durch die geringe Größe allerdings beschränkt, denn mit dem nur 22 Zentimeter breiten Gehäuse wird man sich auf den Oberschenkeln schwer tun. Der Preis unterbietet aber sämtliche Konkurrenz um Längen, was durchaus Käuferschichten, die bisher keinen Gedanken an einen Zweit-PC verschwendeten, anzieht. Wirklich 10-Zoll-Variante...
Von Christoph Andert










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