Mo, 15. Oktober 2018

"Paradise Papers"

06.11.2017 12:07

Elsner zu Flöttl-Firmen: "Überrascht mich nicht"

Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner hat sich am Montag zu den jüngsten Enthüllungen über bisher unbekannte Firmen des Investors Wolfgang Flöttl in der Karibik geäußert. "Das überrascht mich nicht", sagte Elsner zur APA. Der frühere Banker behauptet seit Jahren, Flöttl habe die verlorenen BAWAG-Millionen nicht verspekuliert, sondern gestohlen. Der Beschuldigte weist alle Vorwürfe zurück.

Nun sehe er in den neuen Fakten Beweise für seinen Standpunkt, so der heute 82-Jährige Elsner, der im Gespräche auch seine Vorwürfe gegen die österreichische Justiz und gegen seinen früheren Arbeitgeber wiederholte. "Das hätte schon längst erhoben gehört von der Staatsanwaltschaft, und auch die BAWAG macht nichts", kritisiert der Ex-Banker. "Das ist alles höchst verwunderlich."

Elsner war im BAWAG-Prozess wegen Untreue zur Höchststrafe von zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er verbrachte unter Anrechnung der U-Haft insgesamt viereinhalb Jahre im Gefängnis, ehe er im Juli 2011 aufgrund einer schweren Erkrankung als haftunfähig eingestuft und entlassen wurde.

Gutachter wusste nichts von Firmen
Die jetzt bekannt gewordenen Flöttl-Firmen waren dem Gerichtssachverständigen im BAWAG-Prozess, Fritz Kleiner, nach dessen Aussage nicht bekannt. Flöttl hatte keinen einzigen Tag hinter Gittern verbracht, er wurde bei der Wiederholung des Prozesses rechtskräftig freigesprochen und lebt in New York. Elsner hat einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt.

Die "Paradise Papers" wurden für Österreich von Journalisten des ORF und des "Falter" ausgewertet. Sie führten im Fall Flöttls nach Aruba. 1990 wurden auf dieser Karibikinsel binnen eines Monats sieben Gesellschaften gegründet, deren Direktor Flöttl war. Zehn Jahre behielt er diese Gesellschaften und löste sie erst 1999 bzw. 2000 auf.

Firmen erst nach BAWAG-"Totalverlust" aufgelöst
Damit erfolgte die Auflösung erst nach dem von Flöttl behaupteten angeblichen "Totalverlust" mit den von der BAWAG überlassenen Millionen. Wozu die Gesellschaften auf Aruba dienten, bleibt offen, Flöttl ist für Medien nicht erreichbar. Sein Anwalt verteidigte die Konstruktion, die nichts mit den Karibik-Geschäften der BAWAG zu tun habe.

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