„Inakzeptabel“

Rassismus-Eklat gegen Mbappé: Justiz greift ein!

Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Der Skandal um die rassistischen Beleidigungen des französischen Topstars Kylian Mbappé schlägt weiter Wellen! Frankreichs Fußball-Verband reichte eine Anzeige gegen die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia ein. Ihre Bemerkungen seien „verabscheuungswürdig und inakzeptabel“, hieß es in einem Statement des Verbands. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete daraufhin umgehend Ermittlungen wegen öffentlicher Beleidigung auf rassistischer Grundlage ein ...

Außerdem auch wegen öffentlicher Aufstachelung zu Hass oder Gewalt, wie die Behörde in Paris mitteilte. Die Regierung des südamerikanischen Landes erklärte am Montag (Ortszeit) unterdessen, die Aussagen von Celeste Amarilla de Boccia „spiegeln in keiner Weise die Haltung der Regierung der Republik Paraguay oder des paraguayischen Volkes wider“. Die Äußerungen der Senatorin von der oppositionellen Liberalen Partei gegen Mbappé „stehen im Widerspruch zu den Werten und Prinzipien, die ein friedliches Zusammenleben und die Achtung der Menschenwürde fördern – Werte, für die sich unser Land einsetzt“, erklärte das paraguayische Außenministerium. Die UNO nannte die Beleidigung indes „verabscheuungswürdig“.

Senatorin erklärte sich in einem Brief
Amarilla de Boccia veröffentlichte einen Brief und erklärte sich – das Problem läge zwischen ihr und dem Spieler und beziehe sich nicht auf das Land Frankreich, war die Kernbotschaft. Sie bedauere Teile ihrer Aussagen. „Schon nach kurzer Zeit bereute ich es, Dich mit denselben Beleidigungen beschimpft zu haben, die ich selbst zu hören bekomme“, schrieb Amarilla de Boccia. Auch sie werde als Latina und wegen ihrer Hautfarbe angegangen.

Amarilla de Boccia forderte dann selbst eine Entschuldigung von Mbappé – und setzte zu neuen herben Aussagen an. Sie warf ihm geschlechtsspezifische Gewalt in seinen Äußerungen über sie vor und drohte ebenfalls mit rechtlichen Schritten, sollte er diese nicht zurücknehmen.

Sogar Macron schaltete sich ein
„Ich sichere unserem Kapitän, den Spielern und ganz allgemein allen Opfern solch abscheulicher Äußerungen meine volle Unterstützung zu“, hatte Frankreichs Verbandspräsident Philippe Diallo zuvor bei X geschrieben. „Die Spieler der französischen Nationalmannschaft repräsentieren Frankreich. Es ist unser Land, das hier beleidigt wird.“ Die Äußerungen seien „strafbar“ und „verwerflich“. Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft drohen dafür bis zu ein Jahr Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro.

Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron meldete sich zu Wort. „Ein weiteres Tor für Kylian Mbappé. Diesmal gegen Rassismus“, teilte der 48-Jährige bei X mit. „Ich unterstütze ihn voll und ganz. Wenn Worte verletzen, setzen unsere Werte ein Zeichen: Würde, Respekt, Brüderlichkeit.“

Wüste Schimpftirade aus Paraguay
Amarilla de Boccia hatte Mbappé nach dem hitzigen WM-Achtelfinale zwischen Paraguay und Frankreich (0:1) in den sozialen Medien als „Trottel“ bezeichnet, der nicht mal schreiben gelernt habe. „Statt Muttermilch hat er Kokosnüsse ausgesaugt, und das Gebildetste, was er je gehört hat, waren Schimpansen. Hättest du ihm doch den Mittelfinger gezeigt, Orlando Gill. Ich mache das im Senat auch, und da passiert überhaupt nichts!!!“

Während des Duells in Philadelphia war Mbappé immer wieder hart attackiert worden, hatte aber auch ausgeteilt. Nach Spielende verweigerte er Paraguays Tormann Orlando Gill den Handschlag, feierte mit einer provokanten Geste. Die Politikerin schrieb über Mbappé unter anderem außerdem, er sei ein „kolonisierter Kameruner“, der den harten Franzosen spiele, „voller Minderwertigkeitskomplexe, neureich, arrogant und hässlich“.

Mbappé reagierte mit deutlichen Worten auf die Beleidigungen der Politikerin. „Sie sind eine verachtenswerte Frau und unwürdig Ihres Amtes“, schrieb der Stürmer von Real Madrid unter anderem bei X. Sie vertrete nicht das Paraguay, das während der WM „von Leidenschaft und Ehre durchdrungen“ gewesen sei. Er werde Menschen wie Amarilla de Boccia „niemals die Freiheit lassen, ihren Hass und ihren Rassismus in der Welt zu verbreiten“.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

KMM
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung