15.12.2006 13:52 |

Illegale Absprachen

LCD-Herstellern droht Milliardenstrafe

Den großen Herstellern von Flachbildschirmen droht wegen des Verdachts auf Preisabsprachen nach eine Kartellstrafe in Rekordhöhe. Die Kartellwächter könnten von den Unternehmen Bußgelder in Höhe von insgesamt mehr als einer Milliarde Dollar fordern. Gegen insgesamt zehn Hersteller laufen derzeit Ermittlungen in Japan, der EU, Südkorea und den USA weil sie die Preise ihrer Produkte künstlich hoch halten.

Die internationalen Kartellwächter werfen den Unternehmen vor, seit dem Jahr 2000 in gemeinsamen Treffen wiederholt Preisabsprachen getroffen zu haben. In dem boomenden Markt für LCD-Bildschirme und Flat-TVs befinden sich die Preise seit einiger Zeit im Sturzflug.

Nach Schätzungen von Experten werden sie in den nächsten 12 Monaten erneut um rund 25 Prozent fallen. Die Branche wird nach Schätzungen der Marktforscher von DisplaySearch in diesem Jahr auf einen Umsatz von 69 Milliarden Dollar kommen.

Ermittlungen laufen unter anderem gegen Marktführer Samsung sowie gegen die Nummer zwei im Markt, den koreanischen Hersteller LG Philips LCD. Auch den japanischen Elektronikkonzern Sharp haben die Kartellbehörden im Visier. Zu den Vorwürfen schweigen die Unternehmen, kündigten aber Kooperation an.

Die von den Analysten erwarteten Bußgelder würden die jüngst verhängten Rekordstrafen gegen vier Chiphersteller wegen ähnlicher Preisabsprachen in Höhe von insgesamt rund 729 Millionen Dollar weit übertreffen. Wegen ihres globalen Rahmens und der Größe der Industrie sind die Untersuchungen ein sehr bedeutender Fall, schätzte ein Analyst. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir künftig mehr solcher globalen Investigationen erleben werden.“

Montag, 21. Juni 2021
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