18.04.2017 09:14 |

Thema Erziehung

Trotzphase: "Ich will das aber"

Ein schreiendes Kleinkind auf dem Supermarktboden. Schlecht erzogen? Weit gefehlt. Ganz simpel: die Trotzphase.

Gerade in der Öffentlichkeit können trotzige Kinder ihre Eltern ganz schön in Verlegenheit bringen. "Doch einem Kind, das sich im Supermarkt schreiend auf den Boden wirft, weil es nichts Süßes bekommt - ihm vor lauter Peinlichkeit einfach seinen Wunsch zu erfüllen wäre ein folgenschwerer Fehler und würde vor allem seine Wirkung verfehlen. Denn schon beim nächsten Besuch würde sich das Szenario von vorne abspielen", erklärt Eltern-Kids-Coach Nina Petz. Sätze wie "Aber geh, das ist doch nicht so schlimm" oder "Komm, jetzt steh auf und benimm dich", dazu dann auch noch eine erwachsene Erklärung - und der Super-GAU ist perfekt!

Ganz wichtig: Nehmen Sie Ihr Kind ernst!
Besonders ältere Generationen geben gerne den Tipp, die Kinder bei einem Trotzanfall einfach zu ignorieren. Doch wie würden Sie sich fühlen, wenn es Ihnen schlecht geht? Sie stecken mitten in einer Lebenskrise und dann kommt die beste Freundin und sagt, man solle das doch nicht so tragisch nehmen, sich gefälligst zusammenreißen, denn das wird schon wieder. Wie richtig verhalten?

Logische, intellektuelle Erklärungen kann ein Kind in seiner höchst aufgeladenen emotionalen Stimmung nicht aufnehmen, es fühlt sich höchstens noch missverstandener. Drohungen machen ihm Angst und beeinträchtigen sein junges Selbstbewusstsein und häufig auch die Beziehung zu den Eltern.

Tipps:

  1. Geduld und Zeit beim Grenzensetzen!
  2. Alle Gefühle sind erlaubt, aber nicht jedes Verhalten! Es ist in Ordnung, verärgert zu sein, nicht jedoch den vorbeigehenden kleinen Bruder zu hauen.
  3. Nehmen Sie es nicht persönlich! Trotz ist Teil einer gesunden Entwicklung!

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Trotzreaktion - Empathie ist gefragt

Es ist bestimmt kein leichter und auch kein schneller Weg, Trotzreaktionen des Kindes zu bewältigen. Am besten begleitet man den Sprössling in seinem emotionalen Ausbruch, indem man ihn da "abholt", wo er ist. Kinder sind oft mit ihren eigenen Gefühlen überfordert. Der Job von Mama und Papa ist es, ihrem Kind zu helfen, mit seinen Gefühlen umzugehen.

In der lautstarken Supermarktsituation könnte dies so aussehen: Papa bleibt bei Paul stehen und spricht Pauls Gefühle direkt an: "Du bist jetzt gerade sehr wütend. Das kann ich gut verstehen. Es kann schon passieren, dass man sehr wütend ist, wenn man etwas unbedingt haben will und es nicht bekommt."

Damit bewertet Papa Paul nicht, er vermeidet auch Verallgemeinerungen, wie "Immer bist du so" - kurzum: Er "spiegelt" Pauls Verhalten und Gefühle. Und er setzt richtig Grenzen, indem er klarstellt, dass Paul die Süßigkeiten nicht bekommen wird, er aber da ist und ihn nicht allein lässt. Idealerweise könnte Papa ihm auch noch Alternativen anbieten: "Du darfst dir für die Nachspeise etwas aussuchen. Möchtest du ein Joghurt oder einen Pudding haben?" Grenzen setzen, Verständnis zeigen und Gefühle annehmen und nicht bewerten. Denn Gefühle können nicht richtig oder falsch sein.

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Susanne Zita, Kronen Zeitung

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