Mo, 18. Juni 2018

Über Stock und Stein

02.09.2016 17:00

Wanderer, schau auf den Weg!

Herbstausflüge haben viele gesundheitlichen Vorteile. Aber: Die Unfallgefahr wird unterschätzt.

Mehr als eine Million Österreicher beschreiten zumindest gelegentlich einen unserer wunderbaren Wanderwege, die sich quer durchs ganze Land ziehen. Etwa ein Drittel der Naturbegeisterten ist bereits älter als 65. Der sprichwörtliche "Halbschuh-Tourist" gehört weitgehend der Vergangenheit an. Mit funktioneller Sportbekleidung, Wander-Apps und ultraleichten Rucksäcke sind Hobbysportler mittlerweile oftmals besser ausgerüstet als so mancher Extrembergsteiger. Eine Gewähr für sicheren Tritt ergibt sich daraus aber nicht. Mangelnde Konstitution, Selbstüberschätzung und fehlende Erfahrung, aber auch unzureichende Vorbereitung führen oft zu gefährlichen Situationen.

10.100 Menschen haben sich 2014 beim Wandern so schwer verletzt, dass sie im Spital behandelt werden mussten, wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) erhoben hat. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich übrigens im leichteren Gelände!

45 Prozent der Bergunfälle ziehen Knochenbrüche nach sich, jeder Vierte erleidet Sehnen- und Muskelverletzungen, 13 Prozent müssen mit Prellungen und offenen Wunden wieder ins Tal gelangen. Hauptursache: Ausrutschen gefolgt von Stolpern und Überbeanspruchung.

Wandern macht gesund!
Wer jetzt auf seiner Couch liegen bleibt, um eventuelle Unfallgefahren zu vermeiden, tut sich aber auch nichts Gutes. Denn Wandern ist die gesündeste Sportart überhaupt! Man muss sich ja nicht gleich in alpines Gelände wagen oder mit Volldampf losmarschieren. Außerdem geben Walking-Stöcke Stabilität. Es gibt sie mit Spitzen und verschiedenen Aufsätzen, die für den jeweiligen Untergrund geeignet sind.

Ein stimmungsvoller Waldspaziergang gilt als unerschöpflicher Gesundheitsquell. Dazu kommt moderate Bewegung im Gelände - das unterstützt den Kreislauf, die Sauerstoffaufnahme, schult den Gleichgewichtssinn, trainiert Muskeln und Bänder. Aber auch Psyche und Nerven profitieren, da sich die Umgebung beruhigend auf das parasympathische System (unwillkürliche Steuerung von Organen und Blutkreislauf) auswirkt.

Agrarbiologe Dipl-Ing. Clemens G. Arvay aus Graz hat sich etwa unter anderem mit dem Effekt des grünen Forstes auf das Immunsystem beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass sich beim regelmäßigen Aufenthalt die Aktivität der natürlichen Killerzellen erhöht, was sich vor allem in der Erkältungszeit bewährt: "Wer viel im Wald ist, kommt auf jeden Fall gesünder durch den Winter!"

Rücksicht auf andere nehmen!
Ein ewiges Konfliktthema bildet sich durch die gemeinsame Nutzung von Wegen durch Wanderer und Mountainbiker. Einer Befragung von KFV und dem Kuratorium für Alpine Sicherheit zufolge liegt den Streitereien weniger handfeste Gefährdung zugrunde, sondern unterschiedliche Wahrnehmung. Die Mountainbiker gaben dabei fast doppelt so oft an, Wanderern auszuweichen oder langsamer zu werden, wenn Fußgänger auftauchen, als dies die Wanderer bestätigen würden. Die Hälfte der Rufe von Radlern, um auf sich aufmerksam zu machen, verhallen ungehört. Wird geklingelt, empfinden das aber viele Menschen als störend. Grund genug, wieder einmal an die Vernunft zu appellieren: Rücksicht nehmen, die Natur genießen!

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