Di, 25. September 2018

Alle Daten weg

02.12.2015 10:34

Pensionist klagt: "Apple hat mein Leben gelöscht"

Es ist der Albtraum eines jeden Smartphone-Besitzers: Plötzlich sind alle Kontakte, Fotos, Videos und somit auch Erinnerungen der letzten Jahre weg. So ergangen ist es dem Briten Deric White, als dieser sein iPhone in einem Apple-Store reparieren lassen wollte. "Apple hat mein Leben gelöscht", entrüstete sich der Pensionist und zog vor Gericht.

Der 68-Jährige hatte wegen Problemen mit seinem iPhone 5 einen Apple Store in London aufgesucht, wo man das Gerät kurzerhand in den Werkszustand zurückversetzte und damit auch sämtliche darauf gespeicherten Daten löschte. " Erst nachdem sie am iPhone herumgefummelt haben, haben sie gefragt, ob ich ein Backup habe", zitiert die britische "Sun" den Pensionisten.

White hatte jedoch keines - weder in der iCloud noch anderswo. Schnappschüsse von seinen Flitterwochen und über 15 Jahre gesammelte Kontakte waren weg. "Mein Leben war auf diesem Smartphone gespeichert", schilderte White. "Meine Frau war in Tränen aufgelöst, und ich habe auch begonnen zu weinen, als ich realisiert habe, was ich alles verloren habe."

"Apple hat mein Leben gelöscht"
Dem Briten zufolge habe Apple "sein Leben gelöscht", weshalb er umgerechnet rund 7100 Euro Schadenersatz von dem iPhone-Hersteller forderte. Mit dem Geld wollte White seine Hochzeitsreise ein zweites Mal antreten, doch Apple stellte sich quer: White habe nicht nachweisen können, in welcher Art und Weise er durch das Löschen seiner Daten einen Verlust erlitten habe, argumentierte der Konzern vor Gericht.

Dieses sah das offenbar anders und sprach dem 68-Jährigen jetzt immerhin die Schadenersatzsumme von 2000 Euro zu. "Große Firmen wie Apple denken, sie sind unbesiegbar. Aber es ist Zeit, dass sie lernen, wie sie die Menschen zu behandeln haben", feierte White das Urteil auf den Stufen des Londoner Royal Courtsals einen "monumentalen Sieg für den kleinen Mann."

Obwohl es für Apple um nichts gegangen sei, habe sich der Konzern geweigert, die Angelegenheit zu regeln und stattdessen darauf bestanden, ihn vor Gericht zu sehen, kritisierte White. "Hoffentlich hat ihnen das heutige Urteil das Grinsen aus dem Gesicht gewischt."

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