Egal, ob Attacken an Bahnhöfen und in Zügen oder Diebstähle – seit Jahren häufen sich Berichte über solche Vorfälle in Österreich und international. Mit mehr Polizeipräsenz, gemeinsamen Kontrollen und dem Einsatz von Body-Cams sollen Fahrgäste und Mitarbeiter künftig besser geschützt werden. Besonders im Fokus: Übergriffe auf Bahnpersonal.
Täglich nutzen Hunderttausende Menschen die österreichischen Bahnhöfe und Züge. Damit zählen sie zu den am stärksten frequentierten öffentlichen Räumen des Landes. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Sicherheitskräfte und Bahnbetreiber. Die nun unterzeichnete Vereinbarung – ÖBB und Innenministerium haben ihre seit 20 Jahren bestehende Partnerschaft erneuert – soll bewährte Maßnahmen auf eine noch stabilere Grundlage stellen und die Zusammenarbeit zwischen Polizei und ÖBB weiter vertiefen.
Künftig sollen Polizisten und Sicherheitskräfte häufiger gemeinsam in Zügen und auf Bahnhöfen unterwegs sein. Geplant sind außerdem koordinierte Schwerpunktkontrollen, ein intensiver Informationsaustausch sowie gemeinsame Schulungen. Ziel ist es, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und bei Vorfällen rasch reagieren zu können.
„Für die Sicherheit der Fahrgäste und auch der ÖBB-Bediensteten ist eine enge und gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und ÖBB unbedingt notwendig. Die neue Sicherheitspartnerschaft hat das Ziel, Straftaten zu verhindern und, wenn notwendig, schnell und koordiniert einzugreifen“, betonte Innenminister Gerhard Karner.
Übergriffe auf Bahnpersonal im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt der neuen Vereinbarung liegt auf dem Schutz der Mitarbeiter. Übergriffe auf Zugbegleiter, Kontrollorgane und andere ÖBB-Bedienstete bewegen sich seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Zum umfangreichen Sicherheitsprogramm zählt ein eigener Zehn-Punkte-Plan, der unter anderem Deeskalations- und Kommunikationstrainings für Mitarbeiter vorsieht.
Zusätzlich werden inzwischen österreichweit Body-Cams eingesetzt, um kritische Situationen zu dokumentieren und potenzielle Täter abzuschrecken.„Wir müssen den Menschen im Dienst draußen noch mehr Werkzeuge mitgeben, damit sie sich sicher fühlen. Ein Punkt ist sicher das Setzen von mehr Maßnahmen in ihrer Aus- und Weiterbildung“, erklärte Betriebsratschef Roman Hebenstreit.
Ebenso wichtig seien organisatorische Verbesserungen, mehr Personal und eine sichtbare Polizeipräsenz in den Zügen. „Dadurch muss eine spürbare Verbesserung für Mitarbeiter eintreten“, so Hebenstreit. Mit der erneuerten Partnerschaft wollen ÖBB und Polizei ein klares Signal setzen: Wer mit der Bahn unterwegs ist oder dort arbeitet, soll sich sicher fühlen können.
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