Während US-Präsident Donald Trump auf einen „großartigen, schönen Deal“ zur Beendigung des Blutvergießens in der Ukraine hofft, pocht der gefürchtetste Kreml-Hetzer Wladimir Solowjow auf eine massive Ausweitung des Krieges.
Die Stimmung im russischen Propaganda-TV ist schaurig. Im abgedunkelten Studio wagt sich Moderator Solowjow vor die Linse. Und schimpft mit bitterer Miene: „Ich denke, die einzige Variante, die wir in Betracht ziehen sollten, ist die Variante einer massiven Eskalation. Der Westen geht den Weg einer Eskalation.“
Als Schuldige nannte der Russe den deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius wie auch Außenminister Johann Wadephul – denen er vorwarf, Moskau unbedingt besiegen zu wollen. „Deswegen sollten wir nicht mehr so tun, als würden wir nur gegen die Ukraine kämpfen. Uns muss klar sein, dass wir im Kampf gegen die NATO sind. Deshalb sollten wir einige Eskalationsstufen überspringen“, so Solowjow.
Ukrainische Regierung sei wie „Springmaus“
Ein Einfrieren des Konflikts sollte dem Propagandisten zufolge nicht in Erwägung gezogen werden – dies würde seiner Meinung nach zu einer neuen Konfrontation führen. So verglich Solowjow in einem Interview mit der russischen Tageszeitung „Vesti“ die ukrainische Regierung mit einer Springmaus, die sich gut tot stellen könne. Und daher besonders heimtückisch sei.
Immer wieder macht Solowjow mit apokalyptischen Szenarien von sich reden, wobei sich die Narrative regelmäßig ändern. Während er nun den Westen für zunehmende Spannungen verantwortlich machen will, hatte er – nur beispielhaft – im Jahr 2022 im Fernsehen gedroht: „Wenn Sie glauben, dass wir uns auf die Ukraine beschränken werden, dann denken Sie 300 Mal nach. Die Ukraine ist nur eine Zwischenstation, um die strategische Sicherheit Russlands zu gewährleisten.“
Auch Proteste in europäischen Großstädten mussten kommentiert werden
Für besondere Faszination sorgen bei Solowjow in den vergangenen Tagen auch die Unruhen in europäischen Großstädten, die er als Beweis für den vermeintlichen Untergang Europas instrumentalisiert. „Schert euch weg, ihr Kreaturen“, schrie er im Staatsfernsehen.
„Wenn in Köln völlig Unverständliches passiert, wenn in Hamburg massive Proteste stattfinden, wenn auf dem Kurfürstendamm in Berlin auch ohne sowjetische Truppen so etwas losgeht“, versuchte er den Russen einzuhämmern. Und erklärte zusammenfassend, dass die europäischen Völker ihre eigenen Städte zerlegen würden. „Habt ihr jemals ein solches Bild in Russland gesehen“, fragte Solowjow seine Zuseher, die sich wohl verhöhnt fühlen mussten. Denn in Russland sind Proteste schlichtweg illegal.
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