„Wir müssen gewinnen“

Putins Chef-Propagandist ruft „Heiligen Krieg“ aus

Außenpolitik
25.02.2026 22:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kreml-Propagandist Wladimir Rudolfowitsch Solowjow hat den russischen Überfall auf die Ukraine als „Heiligen Krieg“ bezeichnet, den man „gewinnen“ müsse. Moskau verleiht dem Konflikt zunehmend eine religiöse Bedeutung. 

„Wenn wir das (gewinnen) nicht tun, wird es keine Welt mehr geben, denn wozu brauchen wir eine Welt ohne Russland?“, erklärte Solowjow, der als Radio- und Fernsehmoderator ein Millionenpublikum in Russland erreicht. 

Zu Beginn des Konfliktes versuchte Russland eher, das Ausmaß des Konfliktes zu verschleiern: So durfte der Krieg als solcher nicht bezeichnet werden, sondern durfte nur „spezielle Militäroperation“ genannt werden. Wer dagegen verstieß, musste mit Gefängnis oder noch dramatischeren Repressionen rechnen. Mit dem Ausdruck „Heiliger Krieg“ wird nun versucht, dem Blutvergießen eine spirituelle Bedeutung zu verleihen. 

Putin während des orthodoxen Weihnachtsfests im Jänner 2026 – der Ukraine-Krieg wird zunehmend ...
Putin während des orthodoxen Weihnachtsfests im Jänner 2026 – der Ukraine-Krieg wird zunehmend auch mit religiöser Symbolik verknüpft.(Bild: EPA/VYACHESLAV PROKOFYEV/SPUTNIK/KREMLIN POOL)

Putin: Russische Kämpfer seien „vom Herrn berufen“
Zum heurigen orthodoxen Weihnachtsfest versuchte der russische Machthaber Wladimir Putin ebenfalls, eine religiöse Verbindung zum Ukraine-Krieg herzustellen. In der Kreml-Kathedrale sprach er Anfang Jänner von einer „heiligen Mission“: „Russlands Krieger haben immer, als ob sie vom Herrn berufen worden wären, diese Mission der Verteidigung des Vaterlandes und seines Volkes, der Rettung des Mutterlandes und seines Volkes ausgeführt“, erklärte Putin in seiner Ansprache während der Messe. 

Durch die religiös aufgeladene Propaganda versucht der Kreml, den Angriffskrieg zu rechtfertigen – dazu dient auch die Vorstellung einer spirituellen Einheit des (groß)russischen Raumes. Es wird auf das mittelalterliche Bündnis slawischer Fürstentümer, die „Kiewer Rus“, verwiesen: Moskau sieht darin den direkten Vorläufer des heutigen Russlands und es wird auch als Ursprung der Russisch-Orthodoxen Kirche beschrieben.

Bis heute bezeichnet der Patriarch von Moskau, Kyrill I., Russland, Belarus und die Ukraine als spirituelle Einheit. Diese Symbolik nutzt auch Putin: In einer Rede zur Nation erklärte er bereits 2022, dass die Ukraine zum integralen Bestandteil des geschichtlichen, kulturellen und spirituellen Raums Russlands gehören würde.

Die Hauptkirche der russischen Streitkräfte in Moskau, aufgeladen mit militärischer Symbolik, ...
Die Hauptkirche der russischen Streitkräfte in Moskau, aufgeladen mit militärischer Symbolik, dient ebenfalls der Propaganda des Kremls.(Bild: Wikipedia/Sergey Sebelev (CC BY-SA 4.0))

Die Vermischung von Religion, Staatsideologie und Militär zeigt sich auch bei religiösen Stätten: So wurden neue militärische Andachtsorte in der Nähe der Front geschaffen – so können Kämpfer vor ihrem Einsatz noch ein Gebet sprechen. Gedenkorte für Gefallene des Zweiten Weltkriegs werden nun auch Soldaten gewidmet, die im Ukraine-Krieg starben. 2020 wurde die Hauptkirche der russischen Streitkräfte in Moskau eröffnet, eine der größten orthodoxen Kirchen des Landes. Mosaike zeigen darin unter anderem Schlachtszenen und militärische Motive.

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