Martiniloben

Herztröpferl: Höchster Genuss dank Weinskandal

Burgenland
06.11.2026 10:59

Wenn aus geschäftlichen Katastrophen ein Brauch mit Kultstatus entsteht: Matthias Siess und Maria verwöhnen mit traditionsreichem Essen.

Nach dem ernüchternden Weinskandal Mitte der 1980er-Jahre war Einfallsreichtum gefragt, die Branche lag am Boden. Wein aus Österreich war auf den internationalen Absatzmärkten verpönt. Die zündende Idee: Martiniloben! Alle Gemeinden rund um den Neusiedler See machen heute mit. Der touristische Brauch spült der regionalen Wirtschaft satte 32 Millionen € in die Kassen. Mit dem ökonomischen Geistesblitz eng verknüpft ist das Martinigansl. Gastro-Betriebe aller Art setzen auf diesen Genuss.

Festmahl in Oggau
Mit gutem Beispiel geht der frühere Wein-Burgenland-Obmann voran. Spitzenwinzer Matthias Siess und seine „Herzi“ Maria vom Weingut MAD in Oggau servieren ein traditionsreiches Festmahl: Gänselebermousse mit glasierten Äpfeln und Gansleinmachsuppe mit Bröselknöderl als Vorspeisen, dazu im Hauptgang die „klassische“ Gans mit Rotkraut und Serviettenknödel.

Geschnatter hat den heiligen Martin laut Legende verraten.
Geschnatter hat den heiligen Martin laut Legende verraten.(Bild: Reinhard Judt)

„Zum krönenden, kulinarischen Abschluss gibt es einen Nachtisch, der einfach unwiderstehlich ist – weiße Schokolade-Mousse mit Sauerkirschenragout“, verraten die Kenner des Hauses. Aufgekocht wird von heute, Freitag, bis Sonntag und von 13. bis 15. November jeweils ab 11 Uhr. „Zu jedem Gang wird freilich der passende Wein kredenzt“, verspricht der Hausherr. Mahlzeit! 

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