Mit Spannung wird der Börsengang des KI-Startups Anthropic erwartet. Doch nun bekommen Insidern zufolge potenzielle Investoren kalte Füße.
Die für kommende Woche geplante Werbetour bei Geldgebern für eine Erstnotiz im November stehe auf der Kippe, sagten vier mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag (Ortszeit). Demnach drängen die Investoren auf eine niedrigere Bewertung als die zuletzt diskutierten 1,5 Billionen Dollar.
Möglicherweise müsse Anthropic einen größeren Preisnachlass gewähren, um sich Zusagen zu sichern. Die Anleger verwiesen dabei auf die anhaltenden Quartalsverluste des Unternehmens und dessen hohe finanzielle Verpflichtungen beim Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI). Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab.
Derzeit Ausverkauf von Technologiewerten
Hintergrund der Zurückhaltung ist der stärkste Ausverkauf bei Technologiewerten seit einem Jahr sowie Unsicherheiten nach den US-Kongresswahlen vom Dienstag. Zudem warten die Investoren auf die Umsatzzahlen von Anthropic für Oktober, die das Unternehmen in seinem aktualisierten Börsenprospekt zunächst offengelassen hatte. Erschwerend kommt hinzu, dass in mehreren US-Bundesstaaten bei Abstimmungen Initiativen zur Beschränkung von Rechenzentren erfolgreich waren.
Eine Verschiebung der voraussichtlich 100 Milliarden Dollar schweren Emission könnte die Sorgen um die gesamte KI-Branche anfachen und den breiteren Aktienmarkt belasten. Noch vor einiger Zeit hatten Investoren mit einem Börsengang von Anthropic im Oktober und einer Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar gerechnet.
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