Pistazienpudding ohne Pistazien oder Kollagen-Schinken für die Haut – foodwatch sucht den „Werbeschmäh des Jahres 2026“. Fünf Produkte mit besonders dreisten Werbeversprechen und Verpackungen stehen zur Wahl.
„Wer glaubt, Konsument:innen mit ein paar schönen Bildern und großen Versprechen alles verkaufen zu können, muss mit Widerspruch rechnen“, macht Olivia Malvani von foodwatch klar. Die Vebraucherorganisation hat Produkte mit unverfrorenen Werbeversprechen, irreführenden Verpackungen und anderen Täuschungsmanövern unter die Lupe genommen. Fünf Produkte haben es auf die Kandidatenliste zur Wahl des „Werbeschmähs des Jahres 2026“ geschafft:
Pistazienpudding ohne Pistazien
Auf der Zutatenliste des Pistazienpuddings von Haas suchen Konsumenten vergeblich nach dem Namensgeber des Puddings, den Pistazien. Das Puddingpulver besteht nur aus Maistärke, Aroma und Algenextrakt. „Aus produktionstechnischen Gründen muss beim HAAS Pistazienpudding auf die Zugabe von Pistazienstückchen verzichtet werden“, heißt es von Haas zu foodwatch. Man wolle den Pudding auch „als allergenfreies Produkt anbieten“ können, erklärt der Hersteller.
Schinken mit Kollagen
Beim Schinken mit dem klingenden Namen „Feiner Collagen Schinken mit Vitamin C für die Haut“ vermutet foodwatch einen dreisten Werbeschmäh. Das Problem: „Für Kollagen gibt es keine einzige zugelassene gesundheitsbezogene Aussage“, kritisiert die Organisation. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde habe keine ausreichenenden Belege für die Wirkung gefunden. Der Schinken wurde gemeinsam mit Berger von den Lifestyle-Journalisten Adi Weiss und Michael Lameraner entwickelt.
Eis mit Österreich-Aufschlag
In Österreich zahlen die Konsumenten für eine Packung „Magnum Mini Classic Almon White Chocolate“ satte 7,99 Euro. In Deutschland kostet dieselbe Eispackung aber nur zwischen 3,99 und 4,49 Euro. „Das ist der sogenannte Österreich-Aufschlag“, lautet die Einschätzung von foodwatch. „Viele Markenprodukte kosten hierzulande deutlich mehr als in Deutschland.“
Zucker statt Ballaststoffe
Activia bewirbt einen Joghurt mit Ballaststoffen und Cerealien, drin ist aber vor allem Zucker. Nur 2,1 Gramm Ballaststoffe liefert ein Becher, das ist auch kein Wunder, denn gerade einmal 1,2 Prozent des Inhalts ist aus Getreide. Dafür sind in jedem Becher rund drei Stück Würfelzucker versteckt. Hersteller Danone verteidigt den Joghurt gegenüber foodwatch: „Sämtliche Zutaten und deren Anteile werden transparent und rechtskonform in der Zutatenliste ausgewiesen.“
Plötzlich Eier aus Bodenhaltung
In der Mayonaise von Heinz sind jetzt keine Freilandeier mehr, sondern Eier aus Bodenhaltung. „Der Hinweis auf die Freilandeier ist einfach vom Etikett verschwunden“, kritisiert foodwatch. Dabei habe sich der Mutterkonzern Kraft Heinz dazu verpflichtet, in Europa nur Freilandeier zu verarbeiten. Heinz erklärt den Eier-Tausch mit Vogelgrippe-Ausbrüchen. „Durch die Umstellung auf Eier aus Bodenhaltung können wir weiterhin hochwertige, erschwingliche Produkte herstellen.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.